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Orthopädische Klinik

Hüftendoprothetik


Hüftschmerz - Arthrose - Verschleiß im Hüftgelenk

Ein Verschleiß des Hüftgelenks, auch Coxarthrose genannt, ist eine recht häufige Erkrankung. Die Zerstörung der Knorpelschicht verursacht Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung. Nicht nur ältere Menschen sind von einem Hüftleiden betroffen. Zunehmend suchen auch jüngere Betroffene unsere Sprechstunden auf. In vielen Fällen ist die Erkrankung so weit fortgeschritten, dass nur noch der Einbau eines Kunstgelenkes, auch Endoprothese genannt, hilft,  eine langfristige Schmerzfreiheit zu ermöglichen. Im Jahr 2016 wurden in der Orthopädie des St. Josefs-Hospitals 1223 Hüftendoprothesen eingesetzt, bei 124 Patienten sogar beidseitig in einer Operation.

Das umfassende Patienten-Handbuch zum Hüftgelenkersatz finden Sie hier:
 Patientenhandbuch

Die orthopädisch-chirurgische Technik und die Implantatwahl sind die wichtigsten Komponenten beim endoprothetischen Hüftgelenkersatz. In unserer Abteilung hat sich der sogenannte Wiesbadener Zugang seit Jahren bewährt und wurde ständig weiterentwickelt. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten antero-lateralen minimal invasiven Zugang, dessen Vorteile der Erhalt sämtlicher anatomischen Strukturen und eine für den Operateur optimale Darstellung der anatomischen Landmarken sind. Bei diesem Zugang wird eine physiologische Muskellücke genutzt, die zwischen einem Anteil des Gesäßmuskels (Musculus „gluteus medius“) und einem Muskel am seitlichen Oberschenkelbereich (Musc. tensor fasciae latae) besteht. Hierdurch können sämtliche Gelenkstrukturen erhalten werden und die wichtigen Sehnen und Ansätze der gelenknahen Muskeln bleiben erhalten und unberührt. Auch hinsichtlich der Funktion profitiert der Patient unmittelbar im Anschluss an die Operation, indem er sofort in der Lage ist, an allen rehabilitativen und physiotherapeutischen Maßnahmen bereits wenige Stunden nach der Operation vom ersten Tag nach der Operation an teilzunehmen.

Grundsätzlich werden alle geforderten Qualitätskriterien im Rahmen unser Zertifizierung zum Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung (ClaCert) und der Teilnahme am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD)  eingehalten.

Wiesbadener Zugang: Die Abbildung zeigt den zwischen den Sehnen liegenden operativen Zugang.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der dem orthopädischen Chirurgen bei der präzisen Operation sehr hilfreich ist, ist die digitale Planung am Röntgenbild. Mit dieser Methode ist es möglich, vorab die individuelle Anatomie und Gelenkmechanik eines jeden Patienten zu analysieren und die Operation am Computer zu simulieren. Hiermit kann die Wiederherstellung der individuellen Anatomie des Patienten sehr präzise geplant werden. Ebenfalls ist dieses Verfahren sehr hilfreich bei der Implantatwahl, so dass hier eine sehr genaue Positionssicherheit im Millimeter-Bereich erzielt werden kann. Bei schwierigeren Hüftoperationen setzen wir die moderne, dreidimensionale Planung ein, insbesondere bei Dysplasie, nach Voroperationen, bei anatomischen Besonderheiten und bei Problemen, die bei der klinischen Untersuchung statisch auffallen, z.B. Beinlängenunterschiede. 

Die digitale Planung ermöglicht vor dem Eingriff eine Analyse der Anatomie und eine Simulation der Operation am Computer.


Um jeden Patienten optimal und individuell mit einer Endoprothese zu versorgen, wurden in der Vergangenheit verschiedene Arten dieser Kunstgelenke entwickelt. Welche Endoprothese für Sie als Hüftpatient die beste ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen in unserer Sprechstunde. Bei besonderen anatomischen Verhältnissen implantieren wir auch individuelle Spezialprothesen. Hier stellen wir die von uns verwendeten Implantate vor:

Die zementfreie Kurzschaftprothese ist ein Implantat, welches sich durch seinen knochensparenden Charakter auszeichnet. Zudem lässt es sich hervorragend mit minimal-invasiven Operationstechniken einsetzen und bietet sich somit vor allen Dingen für jüngere und aktive Patienten mit Aktivitätsanspruch an. Die Ergebnisse und Erfahrungen mit diesen Kurzschaftprothesen sind mittlerweile sehr gut und zufriedenstellend, sodass es hinsichtlich des Alters nach oben hin fast keine Einschränkungen zum Einsatz gibt. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass aufgrund der knochenerhaltenden Eigenschaften für eventuelle Folge-Operationen im höheren Alter sich bessere therapeutische Optionen anbieten.

Die Kurzschaftprothese ist ein Implantat mit knochensparendem Charakter: Mehr Knochen-Erhalt mit der Kurzschaft-Prothese (rechts, grün)

Die zementfreien Geradschaftprothesen sind insbesondere für Patienten jeden Alters mit guter Knochensubstanz geeignet. Bei sehr alten Patienten mit einem "weicheren" Knochen (Osteoporose) kann in jedem Fall ein zementierter Schaft für langfristige Beschwerdelinderung sorgen. Bei dem beschriebenen Zement handelt es sich um eine Plastikmasse, die zunächst weich ist, innerhalb von Minuten aushärtet und die Endoprothese absolut fest im Knochen verankert. Die auf diese Art operierten Patienten können am ersten Tag nach der Operation in Begleitung aufstehen und das operierte Bein prinzipiell voll belasten. Auf jeden Schaft wird eine Keramikkugel aufgesteckt. Diese ist extrem glatt und erzeugt bei dem Gelenkpartner, einer Kunststoffpfanne, nur einen minimalen Abrieb - Voraussetzung für eine langjährige Haltbarkeit des Gelenkes. Auch bei der Pfanne besteht die Möglichkeit einer zementfreien oder zementierten Verankerung.

Die zementfreie Geradschafttprothese ist ein bewährtes Implantat.

 

Die Kurzschaftprothese mit einem Keramikkopf und einer zementfreien Pfanne aus hochvernetztem Vitamin E-Polyethylen: Die optimale Gleitpaarung.

Gleitpaarung: Die Gleitpaarung ist einer der wichtigsten Faktoren in der modernen Endoprothetik im Hinblick auf Langlebigkeit und Standzeiten. Moderne Kunststoffe, sogenannte hochvernetzte Polyethylene (XLPE oder Vitamin E-XLPE) bieten in Kombination mit einem Keramikkopf beste Gleiteigenschaften bei niedrigstem Materialverschleiß. Materialbruch oder „quietschende Hüften“ treten bei dieser sogenannten Hart-Weich-Paarung nicht auf.