In Ihrem Browser ist Javascript deaktiviert. Um alle Funktionen in vollem Umfang zu nutzen,
schalten Sie es bitte ein. Hier erfahren Sie wie dies funktioniert.

 
 

Erstes Bauchfellzentrum im Rhein-Main-Gebiet etabliert

vom

Interdisziplinäres Bauchfellzentrum am JoHo etabliert

Hochmoderne Therapieverfahren bei Bauchfellkrebs

Im Rahmen eines „Kick-Off“-Symposiums zu neuen Behandlungsformen bei  Bauchfellkrebs mit den führenden Spezialisten Deutschlands stellte jetzt das St. Josefs-Hospital Wiesbaden sein neu gegründetes Interdisziplinäres Bauchfellzentrum Fachkreisen und Öffentlichkeit vor. Seit Sommer 2017 werden am JoHo modernste Verfahren zur Therapie des Bauchfellkrebses (Peritonealkarzinose) eingesetzt. Möglich macht dies die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. med. Stefan Farkas, der Frauenklinik unter Leitung von Prof. Dr. med. Boris Gabriel und der Med. Klinik III, Palliativmedizin und Onkologie, unter Leitung von Dr. med. Bernd Oliver Maier. Das Bauchfellzentrum am JoHo ist das einzige im Rhein-Main-Gebiet, bundesweit ist diese fachübergreifende Zusammenarbeit einzigartig.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 20.000 Patienten an Bauchfellkrebs, einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung. Am häufigsten entsteht die Tumoraussaat durch eine Tumorerkrankung, die von den Eierstöcken, dem Dickdarm, Blinddarm, Magen sowie der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase bzw. dem Gallengang ausgeht. In selteneren Fällen entsteht Bauchfellkrebs an diesen Organen selbst. Die Diagnose erfolgt oftmals als Zufallsbefund im Rahmen von anderen medizinischen Abklärungen.  Bei fortgeschrittenem oder fortschreitendem Tumorbefall entsteht oft eine vermehrte Bildung von Bauch- bzw. Brustfellwasser. Die Patienten bemerken eine Zunahme des Bauchumfangs, verminderten Appetit, die Entstehung von Bauchwandbrüchen, Atemnot, eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit sowie eine Änderung der Magen-Darmfunktion oder erleiden einen Darmverschluss. Patienten mit bekannten Tumorerkrankungen in ihrer Vorgeschichte – abhängig von der Tumorart bzw. dem Tumorstadium – weisen zusätzlich ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung dieser Tumorausbreitung auf. In der Behandlung von bösartigen Erkrankungen des Bauchfells wurden in den vergangenen Jahren neue Verfahren entwickelt, um Patienten eine zusätzliche Methode anbieten zu können, für die bisher nur eine klassische Tumortherapie infrage kam. Dabei handelt es sich um primäre Tumoren des Bauchfells wie z.B. das Mesotheliom als auch Absiedlungen von anderen Tumoren wie z.B. Magen-, Dickdarm- oder Eierstockkrebs. Die individuelle Eignung der verschiedenen Verfahren für den einzelnen Patienten wird in der Interdisziplinären Tumorkonferenz des JoHo gemeinsam beraten und festgelegt. Zu den Verfahren gehört die PIPAC-Methode, bei der Chemotherapeutika im Rahmen einer Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie) über eine speziell konzipierte Düse vernebelt und mit leichtem Überdruck über 30 Minuten in der geschlossenen Bauchhöhle angewendet werden. Die Idee dabei ist, dass die Chemotherapie direkt an dem Ort verabreicht wird, wo sie wirken muss, innerhalb der Bauchhöhle, direkt an den Tumorknoten. Da die Wirksamkeit der Chemotherapeutika durch den erhöhten Druck wesentlich effektiver ist, kann die Dosis im Vergleich zur systemischen Chemotherapie auf 10% reduziert werden. Für den Patienten bedeutet dies eine wesentliche Reduktion der Chemotherapie-Nebenwirkungen. Außerdem wird in bestimmten Fällen die HIPEC Therapie eingesetzt, bei der die radikale Entfernung des sichtbaren Tumorgewebes mit einer lokalen Anwendung von Chemotherapeutika in die Bauchhöhle bei erhöhter Temperatur von bis zu 42°C kombiniert wird. Das Einbringen der Chemotherapeutika erfolgt nach der Tumorenfernung in die geschlossene Bauchhöhle über Drainagen mittels einer modifizierten Herz-Lungen-Maschine. Ganz wichtiger Baustein im Therapiespektrum ist aber die Palliativmedizin und die Spezielle Ambulante Palliativmedizinische Versorgung, die im JoHo bereits auf hohem Niveau etabliert ist.

Das interdisziplinäre Bauchfellzentrum ergänzt das onkologische Spektrum des JoHo, das bereits über drei von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Organzentren verfügt: Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum sowie das seit diesem Jahr ganz aktuell zertifizierte Darm- und Pankreaskrebszentrum. Die enge Zusammenarbeit der onkologisch arbeitenden Fachdisziplinen zum Wohle der Patienten wird auch im zukünftigen JoHo-Neubau baulich umgesetzt, was für die Patienten und die interdisziplinären Behandlungsteams kurze Wege und direkte Kommunikation bedeutet.

Lesen Sie hier einen Artikel im Wiesbadener Kurier (28.11.2017) zum Bauchfellzentrum im JoHo:

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/st-josefs-hospital-stellt-in-wiesbaden-behandlungen-von-bauchfellkrebs-vor--interdisziplinaere-zusammenarbeit_18350754.htm