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Preis für JoHo-Seminarreihe für Angehörige schwerkranker Patienten

vom

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung“ verliehen. Im Rahmen des 11. Kongresses der DGP in Leipzig wurde der zweite Preis an Dr. med. Bernd Oliver Maier, Chefarzt Palliativmedizin & Onkologie im St. Josefs-Hospital überreicht, der außerdem für die nächsten zwei Jahre zum Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin gewählt wurde.

Ausgezeichnet wurde das Projekt: "Schwerkranke Menschen begleiten und unterstützen" – Eine Seminarreihe für Angehörige. Dieses Pilotprojekt des St. Josefs Hospitals Wiesbaden diente der Entwicklung und Durchführung einer bedürfnisorientierten, psychoedukativen Seminarreihe für Angehörige palliativer Patienten. Projektbeteiligte waren Daniela Gorke, Dirk Wingertszahn, Christina Gann, Andrea Belgutay, Jan Gramm, Dr. med. Bernd Oliver Maier in Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern der Palliativstation des St. Josefs Hospitals Wiesbaden und des Palliative Care Teams Wiesbaden. Die Jury bewertete das Projekt als besonders gelungenen Theorie-Praxis-Transfer, mit dem eine hohe Praxisrelevanz und überregionale Übertragbarkeit verbunden sei.

Angehörige spielen eine zentrale Rolle in der Palliativversorgung. Sie organisieren und gewährleisten häufig die Betreuung des palliativen Patienten im häuslichen Umfeld. Dabei müssen viele Angehörige gewohnte Rollenstrukturen verlassen, neue Aufgabenfelder übernehmen und sich neue Fertigkeiten im Bereich Pflege und Betreuung aneignen. Zugleich stellt die Begleitung eines schwerkranken Menschen für Angehörige eine große emotionale Belastung dar. Im Rahmen unseres vom Förderverein „PalliAKTIV“ unterstützten Projektes haben wir eine Seminarreihe für Angehörige palliativer Patienten entwickelt und durchgeführt. Dem voraus ging eine systematische Literaturrecherche zum aktuellen Forschungsstand zu Bedürfnissen von Angehörigen palliativer Patienten. In den berücksichtigen Studien zeigte sich, dass ein Bedürfnis nach verständlichen Informationen zur Behandlung und Betreuung des Patienten für Angehörige im Vordergrund stand. Zusätzlich wurde eine bedeutsame psychosoziale Belastung bei Angehörigen erhoben. Basierend auf diesen Ergebnissen wurden die inhaltlichen Schwerpunkte unserer dreiteiligen Seminarreihe für Angehörige festgelegt. Die Erstellung von verständlichen Schulungsmaterialien und die inhaltliche Ausgestaltung der drei Seminarabende erfolgte im interdisziplinären Austausch von Ärzten, Pflegefachkräften, Psychologen und dem Case Management des St. Josefs-Hospitals. Die teilnehmenden Angehörigen nahmen die Seminarreihe sehr gut an, erlebten sie als hilfreich, da viele Unsicherheiten wie Ängste in Bezug auf die Begleitung eines palliativen Patienten genommen wurden. Die Seminarreihe wird im JoHo nun fortlaufend halb-jährlich angeboten. Darüber hinaus gibt es das Angebot einer monatlich stattfindenden Gesprächsgruppe für Angehörige, die jeweils am 2. Montag im Monat stattfindet. In diesem geschützten Rahmen sollen Belastungen von Angehörigen aufgefangen und Bewältigungsstrategien erarbeitet werden. Durch dieses Angebot sollen einerseits psychische Folgeerkrankungen bei Angehörigen verhindert werden, andererseits soll die Patientenversorgung durch die Stärkung der Angehörigen in ihrer Rolle als Begleiter noch weiter stabilisiert werden.