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Historie

Meilensteine eines Krankenhauses

Geburtsstunde im "katholikenfeindlichen Land"

Die heute überaus moderne Klinik in der Beethovenstraße nahm ihre Anfänge im gleichen Zeitraum wie St. Bonifatius. Auch aufgrund der Trägerschaft des Hauses sind die Geschicke von Krankenhaus und Stadtkirche eng miteinander verbunden. Das St. Josefs-Hospital blickt seit seiner Gründung am 25. November 1876 auf eine ereignisreiche Geschichte zurück und die Bindung der Wiesbadener zu ihrem JoHo ist bis heute ungebrochen.

 Doch auch schon vor der offiziellen Gründung des Hospitals entstand ein Gebäude, das für Kranke und Bedürftige zur Verfügung stand. Im Jahre 1853 war im Land der Nassauer eine Seuche ausgebrochen. Ungeachtet der konfessionellen Schwierigkeiten entschloss sich Mutter Maria vom Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi (ADJC) zu helfen. In verschiedene Teile des damals katholikenfeindlichen Landes schickte sie Ordensschwestern. Am 11. August 1856 kamen auf Wunsch der evangelischen Bevölkerung sowie des neu gegründeten Vinzenzvereins drei Schwestern der ADJC zu Fuß über die Platte von Dernbach nach Wiesbaden. Die Schwestern bezogen eine Wohnung auf dem Friedrichsplatz, um die ambulante Krankenpflege auszubauen und sich um arme und alte Menschen zu kümmern. In den Jahren 1857 bis 1862 stieg die Zahl der Schwestern auf sieben an. Gelder vom Vinzenzverein und Spenden evangelischer Damen wurden den Schwestern als Fonds für ein eigenes Schwesternhaus übergeben. Mit den Mitteln konnte ein Haus in der Friedrichstraße erworben werden. Als Schutzpatron wählte man den Heiligen Josef. Die Schwestern bekamen vom Herzog von Nassau die Körperschaftsrechte mit dem Namen „Filialinstitut der Armen Dienstmägde Jesu Christi“ verliehen. 

Während des deutsch-französischen Krieges in den Jahren 1870/71 diente das Haus als Lazarett. 1876 wurde der erste stationäre Patient aufgenommen. Dieses Datum war entscheidend in der medizinischen Versorgung der Wiesbadener Bevölkerung. Der berühmte Chirurg Bernhard von Langenbeck operierte hier Seite an Seite mit dem späteren ersten Chefarzt des Hauses, Sanitätsrat Dr. Friedrich Cramer. Am grünen Stadtrand an der Chaussee nach Frankfurt wurde ein Gelände erworben und mit dem Bau eines neuen Hauses nach Cramers Plänen begonnen, das am 15.8.1892 eingeweiht wurde. Das alte Haus in der Friedrichstraße wurde das „Hospiz zum Hl. Geist“. Im neuen Haus wurden die chirurgischen Fälle unter Dr. Friedrich Cramer behandelt, im Hospiz wurden alle Patienten mit inneren Leiden und Kurgäste aufgenommen. Nach dem ersten Weltkrieg, in dem das JoHo wieder als Lazarett fungierte, wurde die Gynäkologie weiter ausgebaut, ab 1925 mit eigener Wöchnerinnenstation. Der Ausbau der Kapazitäten hatte zur Folge, dass 1930 die ersten weltlichen Pflegerinnen eingestellt wurden. Während des zweiten Weltkriegs wurde im JoHo die Zivilbevölkerung versorgt. Im Februar 1945 wurde das Haus jedoch durch Bomben stark beschädigt. Trotz des Befehls, das Krankenhaus zu räumen, blieben die Schwestern bei den Patienten. Nach Kriegsende unterstützte die amerikanische Besatzung eine notdürftige Aufnahme des Betriebs. 

Ende der fünfziger Jahre waren noch nicht alle Kriegsschäden beseitigt. Darum begann man mit einer Neubauplanung für das Krankenhaus, das 1965 eingeweiht wurde. Das amerikanische Konzept der Gruppenpflege wurde mit dem Neubau baulich umgesetzt und erstmalig in der Bundesrepublik eingeführt. Mit der Einweihung des neuen Gebäudes konnten auch die zwei Häuser JoHo am Langenbeckplatz und Hospiz zum Hl. Geist, heute Roncallihaus, zusammengelegt werden. Das St. Josefs-Hospital verfügte nun über alle Einrichtungen eines Akutkrankenhauses der Schwerpunktversorgung. 

Neue Impulse gab es durch die Einführung moderner Medizintechnik. Ein weiterer Meilenstein wurde 1995 mit der Zertifizierung des Qualitätsmanagements gelegt; als erste Klinik in Deutschland wurde das St. Josefs-Hospital nach DIN EN ISO 9000 ff. zertifiziert. 2002 begannen weitere umfassende Baumaßnahmen, so fand die Orthopädische Klinik Wiesbaden 2004 ihr Domizil im neu erbauten Westflügel. Im Juli 2006 wurde das Facharztzentrum medicum, in dem 15 Facharztpraxen ihren Sitz haben, am Langenbeckplatz eröffnet. Mit der Verlegung des Haupteingangs im Jahr 2007 von der Solmsstraße in die Beethovenstraße wurde eine komplett neue Erschließung des Gesamthauses geschaffen. 

Zum 01.09.2012 übernahm die St. Josefs-Hospital Wiesbaden GmbH die Otto-Fricke-Krankenhaus Paulinenberg GmbH als Tochtergesellschaft. Das Otto-Fricke-Krankenhaus ist eine Fachklinik für Geriatrie und Orthopädie mit Standorten in Bad Schwalbach und Wiesbaden. Der Standort Wiesbaden befindet sich seit März 2013 am St. Josefs-Hospital Wiesbaden.

Am 25.3.2014 wurde der Konvent der Armen Dienstmägde Jesu Christi im St. Josefs-Hospital verabschiedet und von der Provinzleitung der ADJC (Dernbach/ Westerwald) aufgelöst. Die "Dernbacher Schwestern" haben fast 160 Jahre durch die inspirierende Kraft des Glaubens, durch ihr Leben und Handeln für die Menschen in Wiesbaden segensreich gewirkt.


JoHo-Profil

Selbstverständnis und Verantwortung