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Allgemein- und Viszeralchirurgie

Pankreaszentrum

 

 


Für Patienten mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ergibt sich eine Vielzahl von Fragen, auf die Sie bei uns kompetente Antworten erhalten. Neben Fragen nach Funktion und Krankheitszeichen geht es um die notwendigen Untersuchungen und die bestmögliche Therapie. Dabei möchten wir Ihnen im St. Josefs-Hospital Wiesbaden mit unserem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Pankreaskrebs-Zentrum kompetent und einfühlsam zur Seite stehen. 

Die Bauchspeicheldrüse wird in der medizinischen Fachsprache das Pankreas genannt. Beide Bezeichnungen meinen das gleiche Drüsenorgan. Als Ihr Ansprechpartner für Fragen und Anliegen zum Thema Bauchspeicheldrüse informieren wir Sie an dieser Stelle übersichtlich und anschaulich.
Um die Bedeutung einer Auffälligkeit an der Bauchspeicheldrüse besser zu verstehen, wollen wir Ihnen auf dieser Seite zunächst einmal nähere Informationen zur Bauchspeicheldrüse selbst geben sowie zu den dort auftretenden häufigen Erkrankungen. 

  • Wo liegt die Bauchspeicheldrüse und wozu ist sie da?
  • Welche Erkrankungen gibt es?
  • Welche Abklärungen gilt es zu machen?
  • Welche Therapieverfahren gibt es?
  • Wie sieht die Vor- und Nachbetreuung aus?

Anatomie und Lage


Die Bauchspeicheldrüse  liegt zentral im Oberbauch eingebettet in den Verlauf des Zwölffingerdarms hinter dem Magen und oberhalb des quer verlaufenden Dickdarms. Sie gliedert sich in Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda) der Bauchspeicheldrüse. Durch den Kopf  führt der untere Abschnitt des Hauptgallengangs. Ebenso wichtig zu erwähnen ist, dass im Verlauf der Bauchspeicheldrüse die hauptversorgende Schlagader des Dünndarms sowie die Pfortader führen (Vene, die komplett das zurück fließende Blut des Dünndarms durch die Leber zum Herzen transportiert). Die Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse stammt aus denselben Blutgefäßen wie die Blutversorgung von Leber und Magen. Die Funktion der Bauchspeicheldrüse teilt sich in zwei Funktionen auf: Die endokrine Funktion umfasst die Produktion von Insulin (Regulation des Blutzuckers) sowie zahlreiche andere Hormone. Die exokrine Funktion bezeichnet die Produktion von Enzymen, die bei der Ernährung zur Aufspaltung der Nahrung beigesetzt werden.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Gutartige Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Akute Pankreatitis

Bei der akuten Pankreatitis handelt es sich um eine akut auftretende Entzündung, die zu erheblichen Bauchbeschwerden führen kann und je nach Verlaufsform eine stationäre Behandlung notwendig macht.

Chronische Pankreatitis

Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung kann zahlreiche Ursache haben. Wichtig sind dabei, die Folgeerscheinungen der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung gut zu überwachen und zu diagnostizieren. Zu den wesentlichen Befunden zählen das Auftreten von großen flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen, die dann operativ angegangen werden müssen, wenn sie dem Patienten Probleme bereiten.

Die akute und chronische Pankreatitis sind konservativ durch die Gastroenterologie zu behandeln.

Bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Unter den bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist insbesondere das duktale Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse zu nennen. Dieser Tumor, der von den Zellen der  Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse ausgeht, ist als besonders aggressiv einzustufen und der am häufigsten vorkommende bösartige Tumor der Bauchspeicheldrüse. Bei dieser Erkrankung ist es unbedingt wichtig eine frühzeitige Diagnose zu stellen, um rechtzeitig eine operative Entfernung des Tumors durchzuführen.

Zystische Tumore der Bauchspeicheldrüse

Außer dem duktalen Adenokarzinom gibt es zahlreiche weitere Tumore der Bauchspeicheldrüse, die in ihrem Wachstumsverhalten weniger aggressiv sind. Hier bedarf  es einer qualitativ hochwertigen Diagnostik, um für den Patienten individuell zu entscheiden, ob eine operative Entfernung notwendig ist oder ob eine Überwachung sinnvoll ist.

Diagnostik

Zur Diagnostik von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen steht der konventionelle Ultraschall zur Verfügung, der zumeist am Anfang der Diagnostik steht und einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Bauchspeicheldrüsenveränderung geben kann. Um die genaue Form der Bauchspeicheldrüse besser beurteilen zu können, stehen bildgebende Verfahren wie das speziell auf die Bauchspeicheldrüse abgestimmte Computertomogramm  sowie  eine  Magnetresonanztomografie zur Verfügung. Verbunden mit einer endoskopischen Diagnostik ist eine Magenspiegelung mit innerem Ultraschall (EUS= Endosonografie) sinnvoll. Ergänzend kann eine Darstellung der abführenden Gallengänge sowie des Ausführungsgangs der Bauchspeicheldrüse (ERCP) sinnvoll sein. All diese Untersuchungen dienen dazu, im Rahmen der Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung die genauen Ursachen festzustellen und für den Patienten individuell die richtige Therapie festzulegen.

Therapie

Entsprechend der unterschiedlichen Abschnitte der Bauchspeicheldrüse ist die operative Therapie zur Entfernung der Bauchspeicheldrüse durch unterschiedliche Operationen möglich.

OP nach Whipple

Bei dieser Operation wird der Bauchspeicheldrüsenkopf entfernt. Aufgrund der Durchblutungssituation und der räumlichen Nähe zu den Organen wie Leber, Magen und Dünndarm, werden bei der Operation ebenso der Zwölffingerdarm, der untere Teil des Hauptgallengangs und das untere Ende des Magens mit entfernt. Nach Entfernung dieser Abschnitte wird die Magen-Darm-Passage durch Verwendung vom Dünndarm wiederhergestellt.

 

Pankreaslinksresektion

Sollte die Lokalisation des Tumors dies erlauben, werden der Körper und der hintere Teil der Bauchspeicheldrüse durch eine sogenannte Pankreaslinksresektion entfernt. Hierbei kann je nach Vorliegen der Grunderkrankung die Milz ggf. erhalten oder in der gleichen Operation mitentfernt werden. Diese Operation wird vorzugsweise durch Verwendung der Bauchspiegelungstechnik (minimal invasive Chirurgie) durchgeführt, wodurch der Eingriff für den Patienten deutlich schonender wird.

 

 

Drainageoperationen

Sollte es im Rahmen der chronischen Pankreatitis zu einer Abflussstörung von Bauchspeichelsekret aus der Drüse kommen und sollten dadurch große flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) entstehen, so ist eine Ableitung dieser Zysten bzw. der ablaufgestörten Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm möglich.

 

Vor- und Nachbetreuung

Im Rahmen der Behandlung in unserem Hause werden sowohl vor als auch nach der Operation sämtliche Fachgebiete, die bei der Bauchspeicheldrüsenbehandlung eine Rolle spielen, miteinbezogen. So werden alle Patienten vor und nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation den Kollegen der Inneren Medizin vorgestellt. Postoperativ, um evt. auftretende Probleme einer postoperativen Diabeteserkrankung von vorne herein adäquat zu behandeln. Ebenso sind hier im Hause sämtliche Möglichkeiten einer Chemotherapie vorhanden. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Selbsthilfe-Gruppen des Arbeitskreises der Pankreatektomierten e.V. und der Deutschen ILCO e.V.

Behandlungspartner

Eine Übersicht zu den Kooperationspartnern im Darm- und Pankreaszentrum finden Sie hier.

Prof. Dr. med. Stefan Farkas
Leiter des Darm- und Pankreaskrebszentrums
Chefarzt

Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Anthoni
Ansprechpartner Pankreaszentrum
Leitender Oberarzt