Myomzentrum Wiesbaden - Kompetenzzentrum für interdisziplinäre Myomtherapie

In unserem überregionalen Zentrum arbeiten ausgewählte Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachabteilungen eng zusammen, um Ihnen nach ausführlicher Beratung zu allen Behandlungsoptionen eine individuell auf Sie abgestimmte Therapie zu ermöglichen.

Myome sind gutartige Knoten der Gebärmutter, die aus Muskel- und Bindegewebe bestehen. Sie sind sehr häufig: Etwa jede dritte Frau im gebärfähigen Alter ist betroffen.

Viele Myome verursachen keine Beschwerden und müssen lediglich regelmäßig kontrolliert werden. Je nach Größe und Lage können jedoch folgende Symptome auftreten:

  • Starke oder verlängerte Regelblutungen
  • Zwischenblutungen
  • Regelschmerzen und Krämpfe
  • Druckgefühl im Unterbauch (z. B. auf Blase oder Darm)
  • Rückenschmerzen
  • Eingeschränkte Fruchtbarkeit oder erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten

Das Risiko, dass sich ein Myom bösartig verändert, ist sehr gering (unter 0,1 %). Sollte dennoch ein entsprechender Verdacht bestehen, erfolgt eine schnelle Abklärung und Behandlung in unserem gynäkologischen Krebszentrum.

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Myomen sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass hormonelle Einflüsse und eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielen. Häufig sind auch andere Frauen in der Familie betroffen.

Vor allem das weibliche Hormon Östrogen fördert das Wachstum von Myomen, in geringerem Maße auch Progesteron. Daher können Myome insbesondere bei:

  • hormonellen Schwankungen
  • oder während einer Schwangerschaft

an Größe zunehmen.

Nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel normalerweise ab, sodass Myome meist nicht weiter wachsen oder sich sogar verkleinern. Sollte dennoch ein Wachstum festgestellt werden, ist eine genaue ärztliche Abklärung wichtig.

Behandlungsmöglichkeiten

Myome, die keine Beschwerden verursachen und sich in ihrer Größe nicht verändern, müssen nicht behandelt werden. Es sollten regelmäßige Ultraschallkontrollen durch Ihre Frauenärztin / Ihren Frauenarzt erfolgen. Bei Unsicherheiten, können Sie sich natürlich gerne in unserer Myomsprechstunde vorstellen.

Treten Beschwerden auf, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung:

In unserer Myom-Sprechstunde besprechen wir zunächst, welche Beschwerden vorliegen und gehen auf Ihre medizinische Vorgeschichte ein. Im Anschluss werden eine gynäkologische Untersuchung sowie ein Ultraschall durchgeführt. Manchmal ist es sinnvoll, eine zusätzliche MRT-Untersuchung in der Radiologie ohne Strahlenbelastung zu veranlassen.

Im Anschluss werden Ihnen die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten erläutert und Fragen besprochen. Komplexe Fälle können in unserem interdisziplinären Myom-Board unter Beteiligung von Spezialistinnen und Spezialisten der verschiedenen Fachabteilungen vorgestellt werden.

Ist eine Operation notwendig oder gewünscht, erfolgt diese in vielen Fällen minimalinvasiv (Schlüssellochchirurgie) oder über einen vaginalen Zugang – besonders schonend und mit schneller Erholung.

  • Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung):
    Myome direkt unter der Gebärmutterschleimhaut können häufig ambulant und ohne Bauchschnitt entfernt werden.
  • Laparoskopie (Bauchspiegelung):
    Myome in der Gebärmutterwand oder an der Außenseite der Gebärmutter werden meist minimalinvasiv entfernt – bei Bedarf auch roboterassistiert oder mit modernen, gewebeschonenden Instrumenten.
  • Je nach Befund ist eine Entfernung einzelner Myome oder – wenn medizinisch sinnvoll – eine Teil- oder vollständige Entfernung der Gebärmutter möglich. In vielen Fällen kann dies ebenfalls vaginal erfolgen.

Neben operativen Verfahren stehen auch moderne, nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die besonders schonend sind und ohne großen Eingriff auskommen.

Uterusmyomembolisation (UAE)

Die Uterusmyomembolisation ist ein mikroinvasives Verfahren, das in örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Über einen kleinen Zugang in der Leiste wird ein feiner Katheter in die Blutgefäße der Gebärmutter eingeführt.

Gezielt werden die Gefäße, die das Myom versorgen, mit winzigen Partikeln verschlossen. Dadurch wird das Myom nicht mehr ausreichend durchblutet, schrumpft und bildet sich im Verlauf zurück.

Diese Methode ermöglicht eine effektive Behandlung ohne Operation und ist für viele Patientinnen eine gute Alternative.

Mikrowellenablation

Ein weiteres modernes Verfahren ist die Mikrowellenablation. Dabei wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle eine feine Sonde gezielt in das Myom eingebracht – entweder durch die Haut oder vaginal.

Durch die erzeugte Wärme wird das Myomgewebe gezielt zerstört. In der Folge verkleinert sich das Myom und die Beschwerden können deutlich nachlassen.

Wird bei einer Untersuchung Gewebe entnommen, erfolgt eine gründliche Begutachtung durch unser erfahrenes Team aus Fachärztinnen und Fachärzten für Pathologie. Dabei können Zellveränderungen frühzeitig erkannt werden. Falls nötig, führen wir zusätzliche Untersuchungen durch, beispielsweise spezielle Antikörper-Färbungen, um eine präzise Diagnose zu gewährleisten.

Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann sich positiv auf Myome auswirken. Auch die Anwendung von naturheilkundlichen Präparaten kann zur Linderung von Beschwerden beitragen.

Wir beraten Sie hierzu individuell im Rahmen unserer Myom-Sprechstunde, um die passende supportive Therapie auf Ihre Situation abzustimmen.

 

 

Welche Behandlung für Sie die richtige ist, besprechen wir ausführlich in unserer Myomsprechstunde. Wir nehmen uns Zeit, um Ihnen alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren verständlich zu erklären.

Bei uns werden Sie ausschließlich von erfahrenen, speziell ausgebildeten und für minimalinvasive Chirurgie (MIC) zertifizierten Operateurinnen und Operateuren behandelt.

Insbesondere vor einer eventuellen Gebärmutterentfernung, aber auch sonst, ist das Einholen einer Zweitmeinung sinnvoll. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Myom-Sprechstunde. Bitte bringen Sie hierzu - falls vorliegend - Vorbefunde wie Arztbriefe und Operationsberichte mit. Falls bereits eine radiologische Untersuchung (CT oder MRT) durchgeführt wurde, bitte möglichst auch eine CD mit den Bildern mitbringen.

Vereinbaren Sie einen Termin zur Beratung und ersten Untersuchung gerne telefonisch unter 0611 177 1502 oder 0611 177 1503 oder per E-Mail an gynamb(at)joho.de.

  • Leitung Myomzentrum: Dr. Bettina Blau-Schneider, Leitende Oberärztin, Leitung Gynäkologisches Krebszentrum
  • Koordination Myomzentrum: Marie-Luise Göbel (Weiterbildungsassistentin Frauenklinik)
  • Operative Myomtherapie
  • (Interventionelle) Radiologie: Prof. Dr. Ralf Bauer (RNS Gemeinschaftspraxis)
  • Pathologie und klinische Forschung: Prof. Dr. Mark Kriegsmann (Zentrum für Histologie, Zytologie und Molekularpathologie Wiesbaden)
  • Komplementärmedizin und Supportivtherapie: Dr. Anna-Maria Rossner, Marie-Luise Göbel (Weiterbildungsassistentinnen Frauenklinik)

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