Hüftschmerz - Arthrose - Verschleiß im Hüftgelenk

Ein Verschleiß des Hüftgelenks, auch Coxarthrose genannt, ist eine häufige Erkrankung. Die  Zerstörung der Knorpelschicht verursacht Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung. Nicht nur ältere Menschen sind von einem Hüftleiden betroffen. Zunehmend suchen auch jüngere Betroffene unsere Sprechstunden auf. In vielen Fällen ist die Erkrankung so weit fortgeschritten, dass nur noch der Einbau eines Kunstgelenkes, auch Endoprothese genannt, hilft, eine langfristige Schmerzfreiheit zu ermöglichen. Die Qualität der Versorgung wird neben der Auswahl des richtigen Implantates ganz wesentlich von der Erfahrung des Operateurs und der chirurgischen Technik beeinflusst. Auch das Nachbehandlungskonzept trägt entscheidend zum Erfolg der Behandlung bei.

Ihr Weg zur Hüftprothese

Im St. Josefs-Hospital haben wir ein einzigartiges Nachbehandlungskonzept entwickelt – hipstop+, durch welches unsere Patienten schnell wieder auf die Beine kommen und als Partner im Genesungsprozess in jeden Therapieschritt aktiv mit eingebunden sind.

Das umfassende Patientenhandbuch zum Hüftgelenkersatz finden Sie hier: hipstop+

Die orthopädisch-chirurgische Technik und die Implantatwahl sind die wichtigsten Komponenten beim endoprothetischen Hüftgelenkersatz.

Jedes Jahr werden in unserer Klinik für Orthopädie weit über 1200 Hüftendoprothesen eingesetzt, bei etwa 150 Patienten sogar beidseitig in einer Operation. Damit ist das St. Josefs-Hospital Wiesbaden die größte Endoprothesenklinik in Hessen. Die Auswertungen aus dem Deutschen Endoprothesenregister zeigen, dass die Komplikationsrate bei Implantation einer Hüftprothese in unserer Klinik äußerst gering ist.

In unserer Abteilung hat sich der sogenannte Wiesbadener Zugang seit Jahren bewährt und wurde ständig weiterentwickelt. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten antero-lateralen minimalinvasiven Zugang, dessen Vorteile der Erhalt sämtlicher anatomischen Strukturen und eine für den Operateur optimale Darstellung der anatomischen Landmarken sind. Bei diesem Zugang wird eine physiologische Muskellücke genutzt, die zwischen einem Anteil des Gesäßmuskels (Musculus gluteus medius) und einem Muskel am seitlichen Oberschenkelbereich (Musculus tensor fasciae latae) besteht. Hierdurch können sämtliche Gelenkstrukturen erhalten werden und die wichtigen Sehnen und Ansätze der gelenknahen Muskeln bleiben unberührt. Auch hinsichtlich der Funktion profitieren Sie unmittelbar im Anschluss an die Operation. Sie sind bereits wenige Stunden nach Operation in der Lage, an allen rehabilitativen und physiotherapeutischen Maßnahmen teilzunehmen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der dem orthopädischen Chirurgen bei der präzisen Operation sehr hilfreich ist, ist die digitale Planung am Röntgenbild. Mit dieser Methode ist es möglich, vorab die individuelle Anatomie und Gelenkmechanik eines jeden Patienten zu analysieren und die Operation am Computer zu simulieren. Hiermit kann die Wiederherstellung der individuellen Anatomie des Patienten sehr präzise geplant werden. Ebenfalls ist dieses Verfahren sehr hilfreich bei der Implantatwahl, so dass hier eine sehr genaue Positionssicherheit im Millimeter-Bereich erzielt werden kann. Bei schwierigeren Hüftoperationen setzen wir die moderne, dreidimensionale Planung ein, insbesondere bei Dysplasie, nach Voroperationen, bei anatomischen Besonderheiten und bei Problemen, die bei der klinischen Untersuchung statisch auffallen, z.B. Beinlängenunterschiede. 

Hüftendoprothesen-Implantation

Welche Endoprothese passt zu Ihnen?

Um Sie als Patient optimal und individuell mit einer Endoprothese zu versorgen, wurden in der Vergangenheit verschiedene Arten dieser Kunstgelenke entwickelt. Welche Endoprothese für Sie die beste ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen in unserer Sprechstunde. Bei besonderen anatomischen Verhältnissen implantieren wir auch individuelle Spezialprothesen.

Die zementfreie Kurzschaftprothese ist ein Implantat, welches sich durch seinen knochensparenden Charakter auszeichnet. Zudem lässt es sich hervorragend mit minimalinvasiven Operationstechniken einsetzen und bietet sich somit vor allen Dingen für jüngere und aktive Patienten mit Aktivitätsanspruch an. Die Ergebnisse und Erfahrungen mit diesen Kurzschaftprothesen sind sehr gut, sodass es hinsichtlich des Alters nach oben hin fast keine Einschränkungen zum Einsatz gibt. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass sich aufgrund der knochenerhaltenden Eigenschaften für eventuelle Folge-Operationen im höheren Alter bessere therapeutische Optionen anbieten.

Die zementfreien Geradschaftprothesen sind insbesondere für Patienten jeden Alters mit guter Knochensubstanz geeignet. Bei sehr alten Patienten mit einem "weicheren" Knochen (Osteoporose) kann in jedem Fall ein zementierter Schaft für langfristige Beschwerdelinderung sorgen. Bei dem beschriebenen Zement handelt es sich um eine Plastikmasse, die zunächst weich ist, innerhalb von Minuten aushärtet und die Endoprothese absolut fest im Knochen verankert. Die auf diese Art operierten Patienten können am ersten Tag nach der Operation in Begleitung aufstehen und das operierte Bein prinzipiell voll belasten. Auf jeden Schaft wird eine Keramikkugel aufgesteckt. Diese ist extrem glatt und erzeugt bei dem Gelenkpartner, einer Kunststoffpfanne, nur einen minimalen Abrieb - Voraussetzung für eine langjährige Haltbarkeit des Gelenkes. Auch bei der Pfanne besteht die Möglichkeit einer zementfreien oder zementierten Verankerung.

Die Kurzschaftprothese mit einem Keramikkopf und einer zementfreien Pfanne aus hochvernetztem Vitamin E-Polyethylen: Die optimale Gleitpaarung.

Gleitpaarung: Die Gleitpaarung ist einer der wichtigsten Faktoren in der modernen Endoprothetik im Hinblick auf Langlebigkeit und Standzeiten. Moderne Kunststoffe, sogenannte hochvernetzte Polyethylene (XLPE oder Vitamin E-XLPE) bieten in Kombination mit einem Keramikkopf beste Gleiteigenschaften bei niedrigstem Materialverschleiß. Materialbruch oder „quietschende Hüften“ treten bei dieser sogenannten Hart-Weich-Paarung nicht auf. 

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