Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden feiert seine Geschichte
Samstag, 26.09.2026
WIESBADEN. Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden (JoHo) blickt in diesem Jahr auf ein besonderes Jubiläum zurück: Vor 170 Jahren machten sich die Dernbacher Schwestern auf den Weg nach Wiesbaden, um sich der häuslichen Krankenpflege zu widmen. Aus diesen Anfängen ging 1876 das heutige St. Josefs-Hospital Wiesbaden hervor. Das JoHo feierte dieses 150-jährige Jubiläum am Samstag (26. September) mit einem öffentlichen Gottesdienst in der katholischen Stadtkirche St. Bonifatius und einem anschließenden Festakt für geladene Gäste, bei dem auch eine Chronik zur Geschichte des Krankenhauses vorgestellt wurde.
Zusammen nach vorn
Geschäftsführer Martin Bosch begrüßte die Gäste des Festaktes. Karl-Josef Schmidt, Vorsitzender des Stiftungsverwaltungsrates, betonte, dass in Zeiten, in denen die Krankenhäuser mehr denn je unter wirtschaftlichem Druck stünden, dass „Zusammenstehen und gemeinsam nach vorne gehen“ ein Gebot der Stunde sei und ganz in der Tradition der Dernbacher Schwestern stehe.
Für die hessische Landesregierung war Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz zum Festakt gekommen. Er erinnerte an die Landesmittel, mit denen Hessen den ersten Teilbauabschnitt (Gebäude A) gefördert habe. „Das sei gut angelegtes Geld.“ Hinsichtlich weiterer Ausbaupläne stünde man im Gespräch.
Wiesbadens Oberbürgermeister, Gert-Uwe Mende, betonte in seiner Grußbotschaft die enge Verbundenheit von Stadt und Stadtverordnetenversammlung mit dem St. Josefs-Hospital. Das JoHo habe sich von bescheidenen Anfängen Mitte der 1850er Jahre zu einer Institution für Wiesbaden entwickelt, die bei laufendem Betrieb neue Gebäude errichte. „Hut ab“, sagte das Stadtoberhaupt und überreichte Geschäftsführer Martin Bosch die goldene Stadtplakette der Landeshauptstadt. Angesichts der ökonomisch geprägten Debatten im Gesundheitswesen, sagte das Stadtoberhaupt, es sei wichtig, bei allem Sparen nicht die Verantwortung für kranke Menschen aus dem Blick zu verlieren.
Dr. Wolfgang Pax, Generalvikar des Bistums Limburg, sagte, die Ordensschwestern hätten das Leid der Menschen gesehen und dem Mitgefühl Raum gegeben. Sie hätten keinen Businessplan gehabt, um ein Krankenhaus aufzubauen. Aber sie hätten den dringenden Versorgungsbedarf erkannt und gehandelt, so dass aus einem kleinen Schwesternhaus ein wachsendes Krankenhaus wurde. Er erinnerte daran, dass freigemeinnützige Krankenhäuser wie das JoHo keine Geldgeber hätten, wie kommunale oder private Träger. Das stelle sie vor enorme Herausforderungen.
Schwester M. Theresia Winkelhöfer, Provinzoberin der Armen Dienstmägde Jesu Christi, zu denen die Dernbacher Schwestern gehören, sagte, das JoHo sei alt und dennoch modern. Es sei nie stehengeblieben, sondern stelle sich mit Gottvertrauen der Zukunft.
In der Tat prägen medizinischer Fortschritt, begleitet von baulichen und strukturellen Veränderungen, die Geschichte des JoHo. Vom Umzug des Hospitals von der Friedrichstraße an den Langenbeckplatz Ende des 19. Jahrhunderts über die bauliche Weiterentwicklung in den 1960er Jahren bis zur Inbetriebnahme des neuen Gebäudeteils A im letzten Jahr: Veränderung gehörte immer zur DNA des JoHo. Der auf Schwester Philomena zurückgehende Leitsatz „Einfach gut sein“ ist bis heute zeitloser Kompass des JoHo.
Geschäftsführer Martin Bosch, der den Festakt moderierte, bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie hätten das JoHo über Generationen zu einem für die Gesundheitsstadt Wiesbaden und die Region unverzichtbaren Teil der Krankenhausversorgung werden lassen. Er dankte ebenso dem Team der Krankenhausseelsorge um Pfarrer Krechel und Gemeinreferentin Katrin Silano, die - ebenso wie Pfarrer Klaus Nebel - zu einem gelungenen Jubiläums-Gottesdienst beigetragen hätten. Sein besonderer Dank galt dem stv. Vorsitzenden des Stiftungsverwaltungsrates, Prof. Dr. Holger Hünemohr, der sechs Jahre lang das Projekt „JoHo-Chronik“ vorangetrieben habe.
Jubiläumschronik erschienen
Das 280 Seiten starke Nachschlagewerk mit vielen anschaulichen Abbildungen ist zum Jubiläum druckfrisch erschienen. Die Chronik trägt den Titel „Einfach gut sein – Die Geschichte des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden“. Autorin Dr. Brigitte Streich, frühere Direktorin des Wiesbadener Stadtarchivs, zeichnete in ihrem Gastvortrag im Zeitraffer die Geschichte des St. Josefs-Hospitals nach, und machte Lust auf mehr. Ein Essay des Theologen Stefan Herok über die „Geschichte der Katholiken in Wiesbaden“ rundet die Chronik ab.
Für Prof. Dr. Holger Hünemohr, war die Erstellung der Chronik ein Herzensanliegen, das Hand in Hand mit dem Reichert-Verlag und den Autoren erstellt wurde. „Es ist wichtig, seine Wurzeln zu kennen“, so Hünemohr. „Teil dieser JoHo-Geschichte zu sein und dieses Jubiläum zu feiern, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit.“
Mittlerweile ist das JoHo Wiesbaden ein 500-Betten-Haus der Schwerpunktversorgung mit 17 Fachabteilungen und mehreren interdisziplinären Zentren. Zum Verbund gehören zwei weitere Krankenhäuser, das Otto-Fricke-Krankenhaus in Bad Schwalbach und das St. Josefs-Hospital Rheingau in Rüdesheim, außerdem mehrere MVZ-Tochtergesellschaften. Insgesamt hat der JoHo-Verbund rund 2.600 Mitarbeitende; jährlich versorgen die drei Standorte über 30.000 stationäre sowie 56.000 ambulante Patienten.
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Feiern 150 Jahre JoHo (v.li.): Stefan Herok, Schwester M. Theresia Winkelhöfer, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr, R. Alexander Lorz, Dr. Brigitte Streich, Gert-Uwe Mende, Martin Bosch, Karl-Josef Schmidt, Dr. Wolfgang Pax, Prof. Dr. Holger Hünemohr, Prof. Dr. Joachim Ehrlich. Fotos: JoHo / Kathrin Trampnau