Ein Plus für die Sicherheit von Mutter und Kind
Dienstag, 03.03.2026
WIESBADEN. „Ich wollte die Geburt meiner Kinder bewusst und ohne Schmerzmittel erleben. Und eine Hebamme ‚für mich‘ allein, eine die zuhört und mir das Gefühl gibt: Du schaffst das!“ Simone Reiter hat 2022, kurz nach Eröffnung des Hebammenkreißsaals im JoHo Wiesbaden, dort ihre Tochter geboren. Sie fühlte sich gut begleitet und entschied sich Anfang 2024 auch ihr zweites Kind Niklas dort zur Welt zu bringen. Jetzt, im vierten Jahr seines Bestehens, wurde der Hebammenkreißsaal des JoHo vom Deutschen Hebammenverband zertifiziert und darf sich Hebammenkreißsaal+ (HKS+) nennen – als Nummer zehn deutschlandweit und Nummer eins im Raum Wiesbaden.
Das wurde am heutigen Montag, 2. März, gemeinsam mit externen Gästen gebührend gefeiert. Mit dabei auch die vom Konzept überzeugte Mutter Simone Reiter. Zudem Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr, EGW-Geschäftsführerin Angela Tausendpfund und Vertreter verschiedener Hebammenorganisationen sowie Delegationen anderer Kreißsäle. Auch viele JoHoler zollten dem Hebammenteam Respekt für das Erreichte, darunter die erweiterte Geschäftsführung mit Geschäftsführer Martin Bosch und den Prokuristen Birgit Baller, Arne Evers und Felix Heselhaus, der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Joachim Ehrlich und der Chefarzt der Frauenklinik, Prof. Dr. Boris Gabriel, zu dessen Verantwortungsbereich die Geburtshilfe gehört.
Ein Hebammenkreißsaal ist ein Angebot für Frauen, die eine unkomplizierte Schwangerschaft haben und eine selbstbestimmte, natürliche Geburt ohne Interventionen wie beispielsweise starke Schmerzmittel erleben möchten. Sie werden dort ausschließlich durch Hebammen betreut, zunächst im Verhältnis 1:1; direkt während der Geburt kommt eine zweite Hebamme hinzu. Der Hebammenkreißsaal ist räumlich in den „normalen“ Kreißsaal integriert. Sollten während der Geburt dennoch Schmerzmittel benötigt werden oder Entwicklungen eintreten, die es erforderlich machen, eine Ärztin oder einen Arzt hinzuzuziehen, so ist dies jederzeit möglich.
Dass jenseits des Kreißsaals die Sicherheit eines interprofessionellen Geburtshilfeteams rund um die Uhr verfügbar ist, war auch für die Simone Reiter bei ihrer Entscheidung für den HKS ein springender Punkt. „Das ist wie mit dem Airbag im Auto. Man hofft, ihn nicht zu brauchen, aber es ist gut zu wissen, dass es ihn gibt.“
„Wenn wir etwas angehen, dann wollen wir es gut machen. Dafür ist ein Blick von außen hilfreich, in diesem Fall durch die Auditorin unseres Versicherers und den Hebammenverband“, begründet die leitende Hebamme am JoHo, Uta Krüger, die Entscheidung für den Zertifizierungsprozess. Für das Gütesiegel bedarf es nachweislich bestimmter Strukturen und Prozesse, die alle auf ein Ziel einzahlen: Die Sicherheit von Mutter und Kind bei einem Höchstmaß an Respekt für die Wünsche der Schwangeren.
„Unser Hebammenkreißsaal ist ein Zusatzangebot des JoHo“, sagt Susanne Vogel, stv. Leitung des Kreißsaals, die für dieses Plus verantwortlich zeichnet und die Zertifizierung maßgeblich vorantrieb. „Wir sprechen damit grundsätzlich alle gesunden Schwangeren ab der 37. Schwangerschaftswoche an. Ausschlusskriterien sind beispielsweise Komplikationen bei vorherigen Geburten, ein Schwangerschaftsdiabetes oder ein stark erhöhtes Gewicht vor der Schwangerschaft“, erklärt Vogel. „Wichtig ist, dass wir die Frauen vorab persönlich kennenlernen und gemeinsam besprechen, wie sie sich ihre Geburt im Rahmen der Möglichkeiten wünschen.“
„Das Zertifikat HKS+ ist ein wichtiger Schritt, um das Konzept Hebammenkreißsaal als qualitätsgesichertes und risikoadaptiertes Angebot der klinischen Geburtshilfe zu etablieren“, sagte Martina Klenk, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen e.V., bei der Übergabe der Urkunde. Seit 2003 sind in Deutschland 80 Hebammenkreißsäle an den Start gegangen, seit 2024 sind sie gesetzlich verankert und werden finanziell gefördert.
Weitere Informationen gibt es beim Informationsabend für werdende Eltern. Für einen persönlichen Beratungstermin ist eine Anmeldung ab der 30. Schwangerschaftswoche erforderlich, Montag bis Freitag, 10 bis 13.45 Uhr, Tel. 0611 177 3025,.
Mehr unter www.joho.de