Elektrophysiologie im JoHo Wiesbaden

Montag, 03.10.2022

In den letzten Jahren hat das St. Josefs-Hospital Wiesbaden einen festen Platz in der bundesweiten Spitzengruppe der Fachkliniken zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen erlangt. Hessenweit führen lediglich zwei weitere Kliniken mehr Ablationen für Herzrhythmusstörungen durch. Jährlich behandelt die Kardiologie im JoHo Wiesbaden insgesamt etwa 4.500 stationäre und zusätzlich 1.200 ambulante Patientinnen und Patienten. Seit 2015 leitet Prof. Dr. med. Joachim Ehrlich als Chefarzt die Medizinische Klinik I und den zugehörigen kardiologischen Bereich.
 

Zertifizierung 2022: JoHo ist ausgewiesenes Vorhofflimmer-Zentrum
 

In Zusammenarbeit mit dem Leitenden Oberarzt Prof. Dr. med. Bernhard Kaess konnte Ehrlich das JoHo in diesem Jahr erfolgreich als Vorhofflimmer-Zentrum bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizieren.

"Für Patientinnen und Patienten in Wiesbaden und Umgebung bedeutet dies, dass sie bei uns mit einer von Fachkollegen geprüften und gesicherten Qualität behandelt werden", erläutert Prof. Ehrlich den Wert der kürzlich erhaltenen Zertifizierung.

Als eines von insgesamt 40 Zentren und einziges Zentrum dieser Art in Wiesbaden dient die Auszeichnung Patientinnen und Patienten als wichtige Orientierungshilfe, denn sie bestätigt die dauerhafte Behandlungsqualität sowie hohe Erfolgs- und geringe Komplikationsrate. Dies ist besonders entscheidend, da die Anzahl der Kliniken und Kardiolog*innen, die eine Katheterablation bei Vorhofflimmern durchführen, rasant steigt. Um so wichtiger ist die Einhaltung von Standards sowie deren kritische Betrachtung und Überprüfung.
 

Was zeichnet das JoHo im Bereich Elektrophysiologie besonders aus?
 

Seit mittlerweile sechs Jahren ist das JoHo internationales Referenzhaus für die Durchführung von Vorhofflimmer-Ablationen mit Hilfe der sogenannten Kryotechnik. Dazu erzeugt ein spezieller Kälteballon (Kryo), der auf die Mündungen der vier Lungenvenen gedrückt wird, eine kreisförmige "Erfrierungslinie", um so eine Inaktivierung der störenden Auslöser der Rhythmusstörung durch elektrische Isolation der Venen zu erreichen. Hochauflösende Bildgebungsverfahren unterstützen dies zusätzlich.

"Wir sind sehr stolz, dass aus ganz Europa ärztliche Teams und Pflegekräfte zu uns nach Wiesbaden kommen, um sich im JoHo weiterbilden zu lassen. Auch wenn die etwas in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten es auf den ersten Blick nicht vermuten lassen, ist unsere Klinik technisch auf dem modernsten Stand. Mit den zukünftigen Räumlichkeiten im Neubau wird sich diese Lücke aber definitiv schließen", so Prof. Ehrlich.


Welche Pläne hat die Klinik für die Zukunft?
 

Angesichts der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Elektrophysiologie im JoHo in den vergangenen Jahren wird dieser Bereich auch zukünftig ein Behandlungsschwerpunkt der Kardiologie sein. Das JoHo plant im Zuge des Neubaus die Einrichtung eines zusätzlichen Katheterlabors und eine Erweiterung des Angebots für betroffene Patientinnen und Patienten aus Wiesbaden und Umgebung.

"Ein ganz besonderes Highlight, auf das ich mich bereits sehr freue, steht für mich im kommenden Jahr an", verrät Prof. Ehrlich.

Erst kürzlich wurde er seitens der Kardiologischen Fachgesellschaft zum Tagungspräsidenten der „Deutschen Rhythmustage 2023“ ernannt. Die wissenschaftliche Fachversammlung elektrophysiologisch tätiger Kardiolog*innen im Herbst steht jährlich unter dem Zeichen eines innovativen, fachlichen Austauschs und findet in Bonn statt. Prof. Ehrlich wird federführend in die Organisation und Ausrichtung des kommenden Kongresses involviert sein.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Medizinischen Klinik I / Kardiologie


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