Katastrophenschutzübung: JoHo erfolgreich im Team

Mittwoch, 09.09.2026

Der größte Teil des Trainings fand auf dem Gelände der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) statt. Geübt wurde zudem in der Zentralen Leitstelle Wiesbaden, den drei Akutkrankenhäusern Wiesbadens sowie in der Personenauskunftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes.

Das Ausgangsszenario: Eine simulierte, lange anhaltende Hitzeperiode, durch die die Krankenhäuser stark belastet sind. Zur Unterstützung der medizinischen Versorgung wurde auf dem Gelände der HöMS ein Behandlungsplatz für bis zu fünfzig Personen aufgebaut. In dieser Situation kommt es zu einem Verkehrsunfall mit einem Massenanfall von Verletzten.

Gesamte Rettungskette trainiert

Kurz nach der Alarmierung treffen im JoHo in enger Taktung Rettungsfahrzeuge ein. Allein um kurz vor 12 erreichten binnen fünf Minuten drei RTWs mit Patienten die ZNA, die nach erster Sichtung allesamt als rot, also schwer bis lebensbedrohlich verletzt, eingestuft wurden. In Summe wurden bis zum frühen Nachmittag insgesamt zehn Schwerverletzte nach erneuter medizinischer Bewertung in unseren Schockräumen angeschaut, die weitere Diagnostik und Behandlung wurde unter hohem Zeitdruck konzentriert vorangetrieben. Hinzu kamen weniger stark Verletzte und Leichtverletzte – sowie alle, die an diesem Tag tatsächlich notfallmäßig betreut werden mussten.

Die Verletztendarstellerinnen und -darsteller waren so überzeugend zurechtgemacht, dass sie von echten Patientinnen und Patienten nur durch eine besondere Kennzeichnung zu unterscheiden waren. Eine junge Frau hatte ein Stück „Glas“ im Oberschenkel, aus der klaffenden Wunde tropfe Blut auf ihre Turnschuhe. Sie wurde eilig ins CT gebracht und danach in den OP. Dort endete die Simulation; die eben noch Schwerverletzte erfuhr eine „Wunderheilung“ wie ihre Mit-Komparsen und anschließend gab es nach all der Aufregung Erbsensuppe und Würstchen für alle Akteure.

Neben der medizinischen Versorgung wurden auch die Alarmierungswege, die Führungs- und Kommunikationsstrukturen, die digitale Zuweisung von Patientinnen und Patienten, die Registrierung von Betroffenen sowie die Abläufe innerhalb der Krankenhäuser erprobt. Logistisch war diese Übung unter Federführung von Markus Emmel (Katastrophenschutzbeauftragter), Dr. Andreas Fischbach (Chefarzt ZNA) und Arne Evers (Prokurist und Pflegedirektor) in dieser Größenordnung eine Herkulesaufgabe. In den folgenden Tagen und Wochen wird man auswerten, was gut gelaufen ist und wo noch Luft nach oben ist. Aber das erste Fazit der Verantwortlichen fiel sehr zufrieden aus.

Ein ganz dickes Dankeschön an alle, die an der Übung teilgenommen haben.

Mehr zur Katastrophenschutzübung bei der Stadt Wiesbaden: Erfolgreiche Großübung „Phoenix“ stärkt Katastrophenschutz | Landeshauptstadt Wiesbaden


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