Nackenschmerzen und Taubheitsgefühle - Zervikale spondylogene Myelopathie

Dienstag, 13.12.2022

Zu den altersbedingten Veränderungen der Halswirbelsäule zählen Facettengelenksarthrose und Bandscheibendegeneration - Sammelbegriff hierfür ist die Spondylose. Knochensporne (Spondylophyten) können den Rückenmarkkanal und die Nerven einengen und zu einer Kompression des Rückenmarks und der Nervenwurzeln im Halsbereich führen. Wird das Rückenmark durch den entstandenen Druck geschädigt, spricht man von einer zervikalen spondylogenen Myelopathie. In den meisten Fällen ist dies keine vorübergehende Erkrankung, sondern aufgrund der chronischen Degeneration der Halswirbelsäule fortschreitend.

Typischerweise treten zuerst Nackenschmerzen mit Taubheit oder Gefühlsstörungen der Hände auf. Auch die Feinmotorik kann gestört werden und ein Kraftverlust der Hände und Arme kann auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium können Gang- und Koordinationsstörungen sowie Störungen der Blasen- oder Mastdarmfunktionen folgen. Neben der genauen klinisch-neurologischen Untersuchung sind zur Diagnostik ein Kernspintomogramm (MRT), ein Computertomogramm (CT) und Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule nötig sowie elektrophysiologische Untersuchungen (SEP, MEP) zu empfehlen.

Konservative Therapien wie Physio- und Schmerztherapie können die Beschwerden lindern, die Einengung des Rückenmarkkanals und die Rückenmarkschädigung jedoch nicht beheben. Eine Operation ist erforderlich, wenn ausgeprägte neurologische Defizite bestehen oder konservative Maßnahmen keine zufriedenstellende Linderung bringen. Ziel ist ein Stillstand oder besser eine Reduktion der neurologischen Beschwerden. Durch die operative Erweiterung (Dekompression) des Rückenmarkkanals wird das Rückenmark entlastet und der Halswirbelsäulenabschnitt stabilisiert. Je nach Ort, Art und Ausmaß der Schädigung sowie dem jeweiligen Halswirbelsäulenprofil wird ein Operationsverfahren mit vorderem oder hinterem Zugang zur Wirbelsäule gewählt. Manchmal ist ein kombiniertes Verfahren notwendig.

Das Risiko ist in Abhängigkeit von Nebenerkrankungen überschaubar und entspricht einer stabilisierenden Operation an der Lendenwirbelsäule. Zugangsbedingte Komplikationen wie Gefäß- oder Speiseröhrenverletzungen treten extrem selten auf. Selten kann es beim vorderen Zugang zur Verletzung der Stimmbandnerven und kurzzeitiger Heiserkeit kommen. Verletzungen des Rückenmarks, der Nervenwurzeln oder der Rückenmarkshaut gehören zu den seltensten Komplikationen. Aufgrund der Kenntnis verschiedener Differentialdiagnosen von neurodegenerativen Erkrankungen bis hin zu Vitaminmangel sowie besonderer diagnostischer Mittel und Expertise ist die Behandlung in spezialisierten Zentren ratsam.


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