Neue Eltern-Kind-Station freut sich über 1000. Baby des Jahres

Dienstag, 14.10.2025

WIESBADEN. Das 1000. JoHo-Baby 2025 kam am Samstagmittag um 12.35 Uhr per Kaiserschnitt zur Welt. Der kleine Junge heißt Lio Hannes Horne, wog bei seiner Ankunft 3130 Gramm und war 50 Zentimeter groß. Seine Eltern Joana und Daniel Horne aus Lorch sind überglücklich, ihr erstes Kind in den Armen zu halten. Auf der erst im September neu bezogenen und liebevoll eingerichteten Eltern-Kind-Station erholen sich die frischgebackene Mutter und Lio von der Geburt und die junge Familie lernt sich mit jeder Stunde des Zusammenseins ein Stück weit besser kennen.

Was heute auf Wochenstationen Standard ist, war nicht immer so: Das JoHo blickt in diesem Jahr auf 100 Jahre stationäre Wochenbettbetreuung zurück. Bereits 1923 wurden auf Wunsch des Bischofs zwei Zimmer zur „Familienhilfe“ eingerichtet; 1925 wurde daraus eine abgeschlossene eigene Station für Wöchnerinnen. Zuvor konnten die Frauen zwar im JoHo entbinden, aber die medizinisch-pflegerische Versorgung danach hatte noch keinen eigenen Ort. 1926 kamen 165 Kinder zur Welt. Heute sind es rund 1400 pro Jahr.

Dass die Wochenbettzeit Familienzeit ist, spiegelt der neue Name der Station, die „Eltern-Kind-Station“ heißt. Was heute selbstverständlich ist, hat noch keine ganz lange Tradition: (Ehe-)Partner dürfen im JoHo erst seit 1978 bei der Geburt anwesend sein und aus der Zeit stammen auch erste Ansätze des Rooming-In: Die Mütter durften ihre Babys für einige Zeit im Zimmer behalten. Bis dahin war es üblich, den Wöchnerinnen nur zum Stillen zu festen Zeiten die Kinder zu bringen, jeweils für etwa eine Stunde, am Tag wie auch in der Nacht. Dann ging es zurück ins separate Kinderzimmer. Das Rooming-In hat diese Trennung beendet.
 

Andrea Eckert, heute pflegerische Leiterin der Eltern-Kind-Station, arbeitete zunächst im „Kinderzimmer“ und hat später die integrative Wochenstation mit aufgebaut. Für sie war es ein Meilenstein in der nachgeburtlichen Versorgung. „Wir nehmen hier ein Stück die Situation zu Hause vorweg, aber wir lassen die Eltern damit nicht allein. Stillen, wickeln, sich verstehen lernen – auch ohne Worte: Das beginnt hier bei uns.“ Wann immer die Familie unsicher ist und Fragen hat, steht ein interdisziplinäres Team aus Kinderkrankenschwestern, Hebammen und Pflegefachkräften den Eltern mit Rat und praktischer Unterstützung zur Seite. „Das ist wie Radfahren lernen mit Stützrädern“, so Eckert.

2011 wurde das JoHo dafür erstmals von der Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF als Babyfreundliches Krankhaus ausgezeichnet. Neben Rooming-In müssen Krankenhäuser, die als babyfreundlich zertifiziert sind, auch Bonding anbieten, also den frühen Bindungsaufbau nach der Geburt unterstützen, das Stillen fördern und Familienzimmer anbieten.

„Die Eltern-Kind-Station ist etwas Besonderes. Hier fängt Familienleben an. Behütet, begleitet, liebevoll - und untermalt von zahnlosem Geschrei“, freut sich auch Dr. Sabine Berghof, Leitung der Geburtshilfe an der Frauenklinik des JoHo Wiesbaden, über den gelungenen Umzug der Station C37 und das 1000. Baby des Jahres.


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