Übung für den Ernstfall

Montag, 05.09.2022

Am vergangenen Samstag, dem 3. September 2022, stand im JoHo zwischen 8 und 16 Uhr alles im Zeichen der theoretischen und praktischen Vorbereitung auf den Ernstfall. Die Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen richtete in Kooperation mit der Berufsfeuerwehr Wiesbaden das jährliche Wiederholungsseminar für Leitende Notärzt*innen erstmals vor Ort im JoHo aus. Zudem wurde gemeinsam mit der Feuerwehr Wiesbaden eine Stabsrahmenübung durchgeführt, in deren Mittelpunkt die Kommunikation der Krankenhauseinsatzleitung (KHEL) mit der Technischen Einsatzleitung (TEL) der Feuerwehr stand. Übungsziel war es, die Zusammenarbeit bei einer internen Schadenslage zu proben und zu evaluieren.

„Als Übungsszenario diente uns die Simulation eines Stromausfalls im Westflügel unseres Hauses, der nicht über das Notstromaggregat kompensiert werden und dessen Reparatur erst einige Stunden später erfolgen konnte“, erläutert Dr. Thomas Schneider, Chefarzt der Interdisziplinären Notfallmedizin und Veranstaltungsleiter, die Hintergrundinformationen der Probe. Im Westflügel befinden sich neben der Intensivstation sechs weitere Pflegestationen, für deren Patientinnen und Patienten auch während eines Stromausfalls die Versorgung gewährleistet sein muss. Im Rahmen der Stabsübung wurde insbesondere die Koordination der notwendigen Abläufe geprobt.

Die gesamte Übung folgte dem dafür vorgesehenen „Krankenhaus-Einsatzplan“ (KHEP), nach welchem die Geschäftsführung zunächst die Krankenhauseinsatzleitung einberief und die Rettungsleitstelle Wiesbaden informierte. Die Feuerwehr richtete anschließend mithilfe der „IUK-Gruppe“ (Information und Kommunikation) in einem Einsatzleitwagen (ELW) die Technische Einsatzleitung auf dem Krankenhausgelände ein, in welche der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst einberufen wurden. Auf diese Weise ist es der Leitstelle Wiesbaden zusammen mit der Feuerwehr in einer realen Gefahrenlage möglich, die entsprechenden Maßnahmen direkt vor Ort zu koordinieren. „Im Ernstfall können so z.B. freiwillige Feuerwehren beim Transport nicht gehfähiger Patientinnen und Patienten innerhalb des Krankenhauses unterstützen und die aufwendige Verlegung in andere Krankenhäuser schneller abgestimmt werden“, erklärt Marc Dieroff, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Landeshauptstadt Wiesbaden. Während der Durchführung der Übung war es besonders wichtig, dass keine Patient*innen gestört oder Versorgungsabläufe beeinträchtigt wurden.

Zum Abschluss erfolgte eine zusammenfassende Auswertung des Tages sowie eine gemeinsame Diskussion. „Auch wenn wir natürlich hoffen, den Einsatzplan von der Theorie nie in die Praxis umsetzen zu müssen und unsere technischen Einrichtungen gut funktionieren, ist es wichtig, die notwendigen Prozesse von Zeit zu Zeit zu üben und diese anschließend auch kritisch zu betrachten und zu optimieren. Unser Dank gilt allen Beteiligten und Mitwirkenden, die durch dieses Training und ihr Engagement für eine höhere Sicherheit sorgen“ schließt Dr. Schneider.


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