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ZDF: Volle Kanne

vom

Unser Oberarzt Dr. med. Bernhard Kaess zum Thema "Vorhofflimmern - Wenn das Herz unregelmäßig schlägt"

In der ZDF-Sendung "Volle Kanne" erläutert unser Oberarzt Dr. med. Bernhard Kaess, Internist und Kardiologe, was es mit einem sehr unregelmäßigen Herzschlag, sogenanntem "Vorhofflimmern", auf sich hat und was man dagegen tun kann. Patientin Bettina Schewe-Rau kam mit starkem Vorhofflimmern ins JoHo und ist nach einer Katheterablation heute wieder beschwerdefrei. 

Hier der direkte Link zur Sendung.


Allgemeine Fakten

Herz-Rhythmus-Störungen sind für Betroffene meist unangenehm, aber in ihrer Konsequenz harmlos. Das sogenannte Vorhofflimmern allerdings kann mit Gefahren verbunden sein. Dabei kommt es zu einem sehr unregelmäßigen Herzschlag, da die Vorhöfe des Herzens nicht mehr koordiniert im Sinusrhythmus schlagen und (besonders im linken Vorhofohr) nur noch zucken anstatt sich zusammenzuziehen. 

Die größte Gefahr, die neben dem Risiko einer Herzschwäche besteht, ist eine Gerinnselbildung im linken Vorhofohr. Solche Blutgerinnsel können sich im Zuge des unruhigen Herzschlags lösen, mit dem Blutstrom ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen.

Ursachen und Symptome

Der größte Risikofaktor für die Entstehung von Vorhofflimmern ist das zunehmende Alter. Außerdem begünstigen genetische Veranlagung, Übergewicht und ein zu hoher Blutdruck das Auftreten. Oft ist das Vorhofflimmern verbunden mit einer großen inneren Unruhe und Ängsten. In der Folge schlafen Betroffene häufig schlecht. 

Körperlich leiden sie oftmals unter Müdigkeit, Kraftlosigkeit und mitunter sehr stark eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit. Starkes Schwitzen (besonders nachts) und Ohrgeräusche sind weitere mögliche Begleiterscheinungen. Viele Betroffene berichten, dass sie ständig in sich hineinhorchen und ihren Herzschlag bis zum Hals spüren.

Die Diagnose

Der Kardiologe sucht zunächst bei einer körperlichen Untersuchung nach möglichen Risikofaktoren. Die Messung des Blutdrucks gibt hierbei oft erste Hinweise. Messen und aufzeichnen kann man das Vorhofflimmern mit einem Ruhe-EKG und darüber hinaus zur genaueren Bestimmung mit einem Langzeit-EKG. 

Ein weiteres wichtiges Verfahren in der Diagnostik ist der Herz-Ultraschall. Hier können mögliche Konsequenzen des Vorhofflimmerns wie eine Gerinnselbildung oder eine Herzschwäche erkannt werden. Außerdem kann das Vorhofflimmern lokalisiert und dargestellt werden.

Bei der Behandlung des Vorhofflimmerns ist es zunächst wichtig, Risikofaktoren möglichst weitgehend auszuschalten. Ein bestehender Bluthochdruck sollte mit blutdrucksenkenden Medikamenten und gegebenenfalls anderen Maßnahmen wie Sport und einer Ernährungsumstellung richtig eingestellt werden. Außerdem sollten Betroffene auf ihr Gewicht achten bzw. Übergewicht reduzieren. Besonders wichtig bei bestehendem Vorhofflimmern ist die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten, um der Gefahr einer Gerinnselbildung und eines Schlaganfalls vorzubeugen. 

Zunächst werden häufig unter Narkose mit einem Defibrillator Elektroschocks verabreicht. Das Gerät wird also nicht nur in der Notfallmedizin eingesetzt, um das Herz wieder in einen gleichmäßigen Rhythmus zu versetzen. Diese Behandlungsmöglichkeit beseitigt das Vorhofflimmern aber in vielen Fällen nur kurz- bis mittelfristig.

Eine langfristige Therapie ist die Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Amiodaron. Diese Präparate sind allerdings mit einigen möglichen Nebenwirkungen und Risiken (zum Beispiel für Schilddrüse, Augen und Leber) verbunden.

Deshalb wird Patienten mit Vorhofflimmern oft zu einer Katheterablation geraten. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff über die Leiste (auch als Pulmonalvenenisolation bezeichnet) werden die Einmündungen der Lungenvenen in den linken Herzvorhof verödet. Hier liegt die Quelle der elektrischen Fehlimpulse beim Vorhofflimmern.

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten unserer Medizinischen Klinik I/Kardiologie