Dienstag, 13.10.2020

Vom 07. bis 10. Oktober 2020 fand in München der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) unter strengsten Corona-Auflagen als Hyridkongress statt. Auch dieses Jahr beteiligte sich die JoHo Frauenklinik aktiv mit zahlreichen Beiträgen am Kongress, darunter mehrere geladene Vorträge, Moderationen und Vorsitze, ein an die Coronabedingungen angepasster Hands-on-Workshop zu Thema "laparoskopisches Nähen" sowie einer State-of-the-Art-Lecture zum Thema "Alloplastische Implantate vs. native tissue repair" durch unseren Chefarzt Prof. Dr. med. Boris Gabriel.

Besonders stolz sind wir auf den mit 2.000 Euro dotierten 1. Platz bei der Vergabe des Förderpreises der AGUB e.V. für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, den die Frauenklinik des JoHo mit einem Beitrag von Oberärztin Dr. med. Bettina Blau-Schneider mit dem Thema "Panthera-Studie (Pelvic floor disorders in patients under Antineoplastic THERApy“) gewinnen konnte. Dabei geht es an der wichtigen Schnittstelle zwischen gynäkologischer Onkologie und Urogynäkologie um die Evaluation der subjektiv wahrgenommenen Beckenbodenfunktion bei Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren und Mammakarzinom unter systemischer Tumortherapie mittels validiertem Fragebogen. Diese Studie ist mit einem pos. Ethikvotum der LÄK Hessen versehen.
„Als Hauptergebnis der noch laufenden Studie mit bislang 95 eingebrachten Patientinnen, konnten wir u.a. herausfinden, dass sich die Beckenbodenfunktion in den Unterkategorien Blasenfunktion, Darmfunktion und Sexualität (nicht jedoch die Beckenbodenstatik) unter der antineoplastischen Therapie signifikant verschlechtert und auch weit nach Ende der medikamentösen Tumortherapie (mittlerweile 2 Jahres-Follow-Up) überraschenderweise nicht wieder erholt. Dies ist ein sehr wichtiges Ergebnis, legt es doch nahe, dass wir uns in der gynäkologischen Onkologie zunehmend diesen funktionellen Themen, die für die Lebensqualität unserer onkologischen Patientinnen wesentlich sind, mehr als bisher widmen und Lösungsansätze finden müssen“, erläutert Prof. Dr. med. Boris Gabriel. 

"Dazu haben wir u.a. auch eine prospektiv-randomisierte, Sham-kontrollierte Studie ins Leben gerufen, die mit positivem Ethikvotum der LÄK Hessen die funktionellen Auswirkungen einer Lasertherapie bei vaginaler Atrophie und überaktiver Blase untersucht." Dr. med. Vera Dölliger hat diese Studie federführend mit Unterstützung durch Prof. Dr. med. Boris Gabriel und Dr. med. Saskia Hilgers konzeptuell entworfen. Die ersten Patientinnen werden nun randomisiert. "Gerade Mammakarzinompatientinnen sind durch endokrine Therapien häufig auch in ihrer Beckenbodengesundheit beeinträchtigt und dürfen bzw. wollen keine hormonelle Therapie durchführen. Hier wirkt sich der Laser positiv aus. Es ist die erste prospektive randomisiert kontrollierte Studie in Deutschland und unseres Wissens nach in Europa zu diesem Thema“, so Prof. Dr. med. Boris Gabriel.

Ein weiteres Kongress-Highlight war anlässlich der Mitgliederversammlung die Wahl von Prof. Dr. med. Boris Gabriel als amtierender Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und plastische Beckenbodenrekonstruktion (AGUB e.V., ca. 1.200 Mitglieder) in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V., ca 5.200 Mitglieder).

Wir gratulieren unserer Frauenklinik zu diesem überaus erfolgreichen Kongress.


Ansprechpartner

Chefarzt Prof. Dr. med. Boris Gabriel


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