Donnerstag, 09.04.2020

Liebe Patient*innen, liebe Angehörige, liebe Mitarbeitende!

Als Ostergruß möchte ich eine Geschichte aus dem Markusevangelium mit Ihnen teilen.

Die Heilung der Schwiegermutter des Simon Petrus:

Sie verließen die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes gleich in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie sorgte für sie. (Mk 1, 29-31)

Zwischen den Zeilen wird spürbar, wie der Alltag dieser Frau aufgrund einer Infektion zum Erliegen kommt. Die sonst so tüchtige Schwiegermutter ist vom Fieber niedergedrückt; ihre Beziehungen sind wortwörtlich abgeflacht und sie ist im Haus isoliert. Dem lieben Alltag kann sie nicht mehr nachkommen; auch den Gast in ihrem Haus kann sie nicht mehr empfangen, gar beherbergen, was die ohnehin schwer auszuhaltende Isolation noch unerträglicher macht.

Eine ähnliche Situation erleiden derzeit so viele Menschen weltweit, ob selbst erkrankt oder von den notwendigen Schutzmaßnahmen betroffen. Die Ostertage nicht im Kreis der Freunde und Familie zu verbringen, trifft viele hart. Doch die Geschichte erzählt weiter: Die  Jünger sprechen trotz Not weiter miteinander. Ein Wunsch, den ich auch für uns hege: dass wir trotz Krise nicht verstummen und weiter miteinander sprechend verbun-den bleiben.  Das gilt für das Kommunizieren im öffentlichen Leben, wie im vertrauten Miteinander.

Wie Jesus treten auch bei uns viele Menschen mutig an Erkrankte heran, ob privat oder beruflich.
Und hier ist für mich Ostern: Menschen, die in der Begegnung von einem Gegenüber berührt werden.

Berührung meint hier mehr als bloßes Anfassen, Menschen, die sich berührt fühlen, erfahren Heilung, werden aufgerichtet, werden auf die Füße gestellt, stehen auf, feiern Auferstehung.

Auferstehung heißt, wieder auf die Füße gestellt zu werden, von Gott, der in Jesus selbst auferstanden ist und aus dem Tod neues Leben schafft.

 Auferstehen heißt, auf die Füße gestellt zu werden, um weiter zu machen, mitten im Alltag zu jeder Zeit, auch heute. Auferstehung soll dabei kein Selbstzweck sein, einfach so weiter zu machen wie bisher.

Auferstehen heißt, sich mit neuer Kraft ins Leben zu begeben. Heißt, seine Begabungen mit einzubringen, wie die Schwiegermutter des Petrus, die nun aufgerichtet für andere sorgt, sich sorgen kann. Auferstehung kommt somit ganz nah, auch und vielleicht sogar gerade in Zeiten der Krise. Eine solche Begegnung vermag sogar den Schrecken des Todes zu vertreiben. Echte Berührungen lassen uns schon im Diesseits in den Himmel schauen.

So wünsche ich Ihnen, dass Sie sie sich vom liebenden Gott umarmt und berührt fühlen -jetzt in den Kar- und Ostertagen- und alle Tage Ihres Lebens.

In Verbundenheit, Ihr Lars Maihöfner, Seelsorger/Spiritual Care (JoHo Rhg.)

Seelsorgeim St. Josefs-Hospital, Beethovenstraße 20, 65189 Wiesbaden:
Pfarrer Klaus Krechel, Tel. 0611-177 -1172 / Fax: -1171  kkrechel(at)joho.de
Gemeindereferentin Katrin Silano Tel.  -1173 ksilano(at)joho.de
Pfarrerin Mirjam Müller, Tel. -1174  mmueller(at)joho.de


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