Donnerstag, 01.04.2021

Liebe Patient*innen, liebe Angehörige, liebe Mitarbeitende!

KriseKatastropheKairos“ – dieser Dreiklang durchzog die Predigt des Limburger Bischofs Georg Bätzing am vierten Fastensonntag in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt.
Er bezog diese drei Worte sowohl auf die momentane Situation der Kirche als auch auf die Pandemie.
Drei griechische Worte, von denen wir die ersten beiden sicher häufiger benutzen als das dritte. „Es kriselt“ für eine kritische Situation mit ungewissem Ausgang. „Das ist katastrophal“ für etwas sehr Schlimmes.
Und der Kairos? Er steht für einen günstigen Augenblick, für eine passende Gelegenheit, etwas zu sagen oder zu tun, für einen Moment, der so nicht wiederkommt und den es zu ergreifen gilt.

Wenn ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass diese drei Worte auch unsere ständigen Begleiter hier im Krankenhaus sind. Wie viele Krisensituationen begegnen uns täglich? Wie oft wissen weder Ärzt*innen noch Patient*innen, ob die Krankheit geheilt werden oder ob nach einem Unfall die volle Lebensqualität wieder erreicht werden kann?
Mit wieviel Katastrophen werden wir immer wieder konfrontiert? Menschen, die noch viel vorhatten, erfahren, dass ihre Erkrankung unheilbar ist, ein Herzinfarkt hat einen plötzlichen Tod ohne die Möglichkeit des Abschiednehmens zur Folge… und dann die zahlreichen großen und kleinen Katastrophen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt.
Und dennoch eröffnet sich uns auch so mancher Kairos, ein guter Moment, wenn Menschen angesichts einer schweren Erkrankung wieder zueinander finden oder dort Wertschätzung und Dankbarkeit entstehen, wo lange Zeit Gleichgültigkeit herrschte.
In der Zeit vor Ostern finden sich ebenfalls die Phänomene der Krise und der Katastrophe: Am Gründonnerstag hören wir in den Lesungen, wie Jesus von einem seiner Freunde verraten wird und andere Jünger ziehen sich zurück, obwohl er ihren Beistand dringend gebraucht hätte.
Und am Karfreitag wird uns die Katastrophe vor Augen geführt: Jesus erleidet eine ungerechte Verurteilung, erfährt Spott und Hohn und stirbt schließlich den qualvollen Tod am Kreuz.
Und dann die Auferstehung, die wir an Ostern feiern. Steht sie für den Kairos? Ich denke schon. Im Vergleich zur Krise und zur Katastrophe lässt der Kairos mehr Raum für Eigeninitiative und vielleicht können wir an diesem zweiten Osterfest in der Pandemie einmal versuchen, dafür sensibel zu werden, wo wir im (Krankenhaus)alltag Auferstehung erfahren, wo wir Ermutigendes in einer scheinbar ausweglosen Situation entdecken, wo Beziehungen wiederbelebt werden können und wo wir Gott Raum in unserem Leben geben, indem wir uns vertrauensvoll auf ihn einlassen und im Gebet und in Gesprächen dem Glauben eine neue Chance geben.

In diesem Sinne wünscht das Seelsorge-Team des St. Josefs-Hospitals Ihnen ein frohes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit!

Gemeindereferentin Katrin Silano 
Pfarrer Klaus Krechel & Pfarrerin Mirjam Müller

Hier finden Sie den Ostergruß inkl. aller Gottesdienste als PDF


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