Mittwoch, 01.07.2020

Für Hebammen ist kein Tag wie der andere. Ob in der Geburtsvorbereitung, in der aktiven Geburtshilfe oder im Wochenbett: die Arbeit ist genauso individuell und abwechslungsreich wie Mutter und Kind. Ein Kind auf die Welt zu bringen, ein positives Geburtserlebnis zu schaffen und Paare dabei zu begleiten Eltern zu werden ist anspruchsvoll und eine sehr erfüllende Tätigkeit. Der Hebammenberuf ist einer der ältesten, verantwortungsvollsten und herausforderndsten Berufe überhaupt.

Gerade in der heutigen Zeit in einer urbanen Umgebung mit sich verändernden gesellschaftlichen Strukturen ist es unheimlich wichtig, jungen Familien und alleinstehenden Frauen, eine Hilfestellung durch Hebammen zu ermöglichen. Und das gilt nicht nur für die Hebammentätigkeit im Kreißsaal, sondern auch für die Begleitung in Vorbereitung, Wochenbett und Nachsorge. Die Stadt Wiesbaden hat sich des Themas angenommen und als sichtbares Zeichen wurde nun von Bürgermeister Dr. Oliver Franz sowie den Geschäftsführern von JoHo und HSK gemeinsam der "Fachkräftepakt Hebammenausbildung" unterzeichnet.

Wie überall in Deutschland, so reichen auch in Wiesbaden die Nachwuchskräfte für den Hebammenberuf nicht aus, um auf Dauer die geburtshilfliche Betreuung zu decken. „Wir haben als Landeshauptstadt Wiesbaden diese Herausforderung schon länger erkannt und freuen uns heute, mit dem Fachkräftepakt Hebammenausbildung nun ein weiteres Zeichen zur Fachkräftesicherung in diesem wichtigen Beruf setzen zu können“, so Wirtschafts-, Gesundheitsdezernent und Bürgermeister Dr. Oliver Franz, auf dessen Initiative hin der Fachkräftepakt ins Leben gerufen wurde. 

Mit dem Fachkräftepakt Hebammenausbildung werden im Ausbildungsjahrgang 2020, der in Wiesbaden am 1. Oktober startet, sieben zusätzliche Hebammenausbildungsplätze geschaffen. Die zusätzlichen Hebammenschülerinnen sind bereits gefunden, nun können die Ausbildungsverträge geschlossen werden.

„Der Fachkräftepakt Hebammenausbildung wird einmalig im Ausbildungsjahrgang 2020 umgesetzt“, so Dr. Oliver Franz weiter. „Die Finanzierung erfolgt in erster Linie aus Haushaltsmitteln des Bürgermeisterdezernates in Höhe von rund 420.000 Euro sowie aus Mitteln des Gesundheitsamtes in Höhe von 105.000 Euro. Die Helios HSK und das St. Josefs-Hospital Wiesbaden, als beteiligte Ausbildungskliniken, beteiligen sich mit jeweils 31.500 Euro an den Gesamtkosten des Fachkräftepaktes.“

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Die theoretische Ausbildung erfolgt für alle Hebammenschülerinnen in der Hebammenschule Wiesbaden und beginnt am 1. Oktober. Die praktischen Ausbildungsinhalte werden vier Hebammenschülerinnen in den Helios HSK und drei Hebammenschülerinnen bei uns im JoHo erlernen. Vor diesem Hintergrund wurden die Zuschussverträge von Martin Bosch und Thomas Reckmeyer, Geschäftsführer des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden, sowie von Robert Möller, Regionalgeschäftsführer der Helios Region Mitte für die Helios HSK, gemeinsam unterzeichnet.

Im Oktober 2020 geht auf diese Weise der letzte reine Ausbildungsjahrgang mit nun 25 statt der sonst üblichen 18 Hebammenschülerinnen in Wiesbaden an den Start. Aufgrund einer EU-Richtlinie wird der Hebammenberuf dann akademisiert und ausschließlich in Form eines dualen Studiums angeboten. Trotz der Reform wird auch dieser letzte Ausbildungsjahrgang in Deutschland seine Berufsanerkennung für immer behalten! Wir freuen uns auf „unsere“ neuen Hebammenschülerinnen! 


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