Zentrum für Fuß- und Sprunggelenk

Wir legen täglich im Durchschnitt 10.000 bis 15.000 Schritte zurück und belasten unsere Füße mit mehreren hundert Tonnen. Kein anderer Körperteil ist einem so hohen mechanischen Stress ausgesetzt. Daher ist es gerechtfertigt, seinen Füßen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Therapie von angeborenen und erworbenen Deformitäten, Erkrankungen und Verletzungen des Fußes hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. 

Unter Berücksichtigung neuer und bewährter Behandlungsmethoden ermöglichen wir Ihnen eine individuelle und differenzierte Therapie. Unser Spektrum umfasst sämtliche Erkrankungen, Verletzungen und Funktionsstörungen des Fußes und des Sprunggelenks.

Dazu gehören am Vorfuß Fehlstellungen der Großzehe wie Hallux valgus (Ballenzehe) und Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengrundgelenks) sowie Fehlstellungen der Kleinzehen oder auch durch die so genannte Morten-Neuralgie hervorgerufene Beschwerden. 

Am Rückfuß behandeln wir neben verschleißbedingten Veränderungen (Arthrose) auch schwere Fehlstellungen des Fußes – seien sie angeboren oder erworben. Die Achillessehne stellt eine häufige Schmerzursache dar. Akute Verletzungen oder chronische Beschwerden treten insbesondere im mittleren Lebensalter auf und können durch unterschiedlichste Behandlungsmethoden therapiert werden. Verletzungen von Sehnen und Bandstrukturen können zu Problemen an Fuß und Sprunggelenk führen. Oft sind auch Knorpelschäden Folge von Sportverletzungen.

Unsere Klinik verfügt über neueste, teilweise minimalinvasive Techniken zur Therapie von Knorpelschäden.

Behandlungsmöglichkeiten und Schwerpunkte:

Beim Hallux valgus handelt es sich um eine Fehlstellung der Großzehe, bei der die Zehe zur Kleinzehe hin abweicht, während sich der erste Mittelfußknochen in die entgegengesetzte Richtung verschiebt.

Dadurch entsteht die typische Vorwölbung am Großzehengrundgelenk („Ballen“), die zu Druckbeschwerden, Rötungen und Schmerzen im Schuh führen kann. Zusätzlich verstärken Veränderungen an Sehnen und Gelenkkapsel die Fehlstellung im Laufe der Zeit.

Entscheidend für die Operationsindikation sind nicht allein Röntgenbilder oder das Ausmaß der Fehlstellung, sondern vor allem die Beschwerden der Patientin oder des Patienten.

Ziel der Operation ist es, das Großzehengrundgelenk zu erhalten, die knöcherne Fehlstellung zu korrigieren und das muskuläre sowie kapsuläre Gleichgewicht wiederherzustellen.

Je nach Ausprägung der Fehlstellung kommen unterschiedliche Operationsverfahren zum Einsatz. In unserer Klinik führen wir insbesondere die Chevron-Osteotomie, gegebenenfalls kombiniert mit einer Akin-Osteotomie, die Basisosteotomie des ersten Mittelfußknochens sowie bei entsprechender Instabilität die Lapidus-Arthrodese durch.

Welches Verfahren für Sie geeignet ist, wird individuell anhand der Fehlstellung, der Gelenksituation und Ihrer Beschwerden entschieden.

Als Hallux rigidus bezeichnet man den Verschleiß (Arthrose) des Großzehengrundgelenks. Die Erkrankung führt zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung und kann beim Gehen erhebliche Schmerzen verursachen.

Typischerweise treten die Beschwerden beim Abrollen des Fußes auf, da die notwendige Überstreckung der Großzehe schmerzhaft wird. Nicht selten sind beide Füße betroffen.

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem Stadium der Arthrose. Zunächst kommen konservative Maßnahmen wie spezielle Einlagen oder Schuhzurichtungen zum Einsatz.

Wenn diese Behandlungen keine ausreichende Linderung bringen, kann eine operative Therapie eine wirksame und dauerhafte Lösung darstellen.

Abb: Hallux rigidus vor und nach Cheilektomie

Beim Morton-Neurom kommt es zu einer schmerzhaften Verdickung eines Nervs im Vorfuß. Betroffene beschreiben die Beschwerden häufig als ziehend, stechend, elektrisierend oder brennend. Manchmal besteht zusätzlich das Gefühl, auf einem Fremdkörper zu stehen.

Typischerweise treten die Schmerzen unter Belastung und insbesondere in engen Schuhen auf. Viele Patientinnen und Patienten berichten über eine rasche Besserung der Beschwerden nach dem Ausziehen der Schuhe.

Charakteristisch können auch brennende Schmerzen in Ruhe oder nachts sein.

Zunächst werden konservative Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Führt dies nicht zu einer ausreichenden Beschwerdelinderung, kann die verdickte Nervenstruktur operativ entfernt werden.

Nach der Operation ist in der Regel eine Vollbelastung des Fußes in einem weiten Verbandsschuh entsprechend der individuellen Schmerzgrenze möglich. Regelmäßige Wundkontrollen sowie die Entfernung der Fäden nach etwa 14 Tagen gehören zur Nachbehandlung.

Die Haglund-Deformität ist eine häufige Normvariante des Fersenbeins, die zwar keine Erkrankung im eigentlichen Sinne darstellt, jedoch Beschwerden verursachen kann.

Durch den knöchernen Vorsprung kommt es zu einem erhöhten Druck zwischen Achillessehne, Schleimbeutel und Schuhwerk. Typische Beschwerden sind Schmerzen im Bereich der Ferse, insbesondere beim Tragen geschlossener Schuhe, sowie lokale Schwellungen und Druckempfindlichkeit.

Die Behandlung erfolgt zunächst konservativ, beispielsweise durch Anpassungen des Schuhwerks, Einlagen oder physiotherapeutische Maßnahmen.

Führen diese Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Besserung, kann eine operative Therapie sinnvoll sein. Dabei wird der knöcherne Überstand über einen kleinen Hautschnitt entfernt und der gereizte Schleimbeutel gegebenenfalls mit entfernt.

Ziel der Behandlung ist eine dauerhafte Schmerzlinderung und eine beschwerdefreie Belastbarkeit im Alltag.

 

Abb: Haglund-Deformität vor und nach Abtragung

Der Knick-Senkfuß (Pes planovalgus) ist eine häufige Fehlstellung des Fußes, bei der das Längsgewölbe abgesenkt ist und die Ferse nach außen abweicht. Oft ist diese Fußform angeboren oder familiär bedingt und verursacht über viele Jahre keine Beschwerden.

Nicht jeder Knick-Senkfuß muss behandelt werden. Solange keine Schmerzen oder funktionellen Einschränkungen bestehen, ist meist keine Therapie erforderlich.

Im Erwachsenenalter kann die Fehlstellung jedoch auch durch Verschleiß von Sehnen und Bändern entstehen oder zunehmen. Treten Schmerzen auf und führen Einlagen oder andere konservative Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, kann eine Operation sinnvoll werden.

Bei einer noch flexiblen Fehlstellung lässt sich der Fuß häufig durch sehnen- und bandrekonstruierende Verfahren korrigieren. In bestimmten Fällen wird die Korrektur durch eine Umstellung des Fersenbeins ergänzt.

Bei einer ausgeprägten, nicht mehr beweglichen Fehlstellung ist häufig eine Versteifungsoperation erforderlich. Ziel ist es, die normale Fußstellung wiederherzustellen, Schmerzen zu beseitigen und Folgeschäden an den Gelenken zu vermeiden.

Das wichtigste Behandlungsziel ist ein schmerzfreier, belastbarer und funktioneller Fuß.

a) MRT (Kernspintomografie) vor der Mikrofrakturierung mit Knorpel-Knochen Schaden

b) Ausheilung des Defektes 8 Monate nach erfolgter Therapie mit revitalisiertem Gewebe 

Dauerhaft schmerzhafte umschriebene Knorpelläsionen können durch die Verpflanzung eines Knorpel-Knochenzylinders therapiert werden.

Bei der initialen Arthrose des oberen Sprunggelenkes können während der Gelenkspiegelung schmerzhafte Knochenvorsprünge beseitigt werden. Der geschädigte Knorpel wird dann geglättet oder angefrischt.

 

Als Arthrose bezeichnet man eine fortgeschrittene Knorpelschädigung. Sie kann generell jedes Gelenk betreffen.

Ist das obere Sprunggelenk arthrotisch verändert, so äußert sich das insbesondere durch Schmerzen beim Laufen und Beschwerden beim Aufstehen nach einer Ruhephase. Gehen auf unebenem Gelände kann ebenfalls schmerzhaft sein. Die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk ist durch die Arthrose eingeschränkt. 

Sind die Beschwerden trotz konservativer Therapie zu stark, so gibt es verschiedene operative Möglichkeiten der Therapie: die Implantation eines Gelenkersatzes oder die Gelenkversteifung (Arthrodese). Beide Methoden sind gute Optionen zur Schmerzreduktion. Welche Operation im Einzelfall in Frage kommt, wird gemeinsam mit dem Patienten besprochen und entschieden.

 

Abb. Arthrose des oberen Sprunggelenks

Eine Arthrose des Großzehengrundgelenkes kann sehr schmerzhaft sein und die normale Fortbewegung stark beeinträchtigen. Die Versteifung des Gelenkes (Arthrodese) war bis vor ein paar Jahren die Therapie der Wahl. Trotz einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsituation ist die komplette Aufhebung der Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk hinderlich.

Die Auswahl des Schuhwerk ist limitiert und das Barfuss laufen ist eingeschränkt. Im Laufe der Zeit können Schmerzen in überlasteten Nachbargelenken auftreten und zu sog. Anschlussarthrosen führen.

Die rekonstruktive Versorgung mit einer Endoprothese ermöglicht Patient*innen im Vergleich zur Fusion eine schnellere Mobilisation mit Erhalt des Abrollvorgangs. Eine Vollbelastung ist bereits direkt nach dem operativen Eingriff erlaubt.

Dennoch eignet sich nicht jedes Gelenk für eine Endoprothese. In Fällen von erheblichen Knochenverformungen oder spezifischen Knochenerkrankungen (Infektion, Osteonekrose) ist weiterhin die Versteifung die Therapie der Wahl. 

Bitte geben Sie den Suchbegriff in die Suchbox ein und drücken Sie anschließend ENTER