Bei Ihnen soll ein Schrittmacher oder Defibrillator ("ICD") eingesetzt (implantiert) werden?

Wie läuft die Implantation ab?

In der Regel wird im Rahmen eines Vorgesprächs in unserer vorstationären Sprechstunde die Notwendigkeit des Eingriffs festgestellt, die Aufklärung und eine Blutentnahme durchgeführt und ein Termin zur stationären Aufnahme vereinbart. Am Tag der stationären Aufnahme kommen sie morgens zur vereinbarten Uhrzeit zunächst zu unserer Servicestelle und dann auf die Ihnen dort mitgeteilte Station. Die Operation erfolgt noch am Aufnahmetag in örtlicher Betäubung mit zusätzlicher Gabe eines Schmerzmittels und – falls nötig – eines Beruhigungsmittels. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Nach einen kleinen Hautschnitt (4-5 cm) unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeins werden zunächst 1-3 Sonden (spezielle dünne Kabel) über die Schlüsselbeinvene ins Herz vorgeschoben und dort verankert. Die Sondenlage wird mit Röntgenstrahlung kontrolliert. Anschließend werden die Sonden an den Schrittmacher bzw. Defibrillator angeschlossen und dieser über den Hautschnitt unter die Haut geschoben. Zuletzt wird die Wunde genäht und ein Verband angebracht. 1-2 Tage nach dem Eingriff werden Sie wieder entlassen.

Muss ich meine Blutverdünnungsmittel vorher absetzen?

Dies wird Ihnen während des Vorgesprächs mitgeteilt. Im Allgemeinen werden Blutplättchenhemmer wie ASS, Clopidogrel (Plavix), Ticagrelor (Brilique) und Prasugrel (Efient) nicht pausiert. Bei Marcumar sollte ein niedrig therapeutischer Wirkbereich (INR 2-2,5) angestrebt werden, neue Blutverdünnungsmittels wie Eliquis, Pradaxa, Xarelto und Lixiana werden meist 24 Stunden vor der stationären Aufnahme pausiert. 

Wann darf ich wieder duschen / baden?

Die Wunde sollte rund 7 Tage trocken gehalten werden, und Duschen des Oberkörpers oder Kopfes daher vermieden werden. Baden sollten Sie erst nach 2 Wochen. 

Darf ich Arm und Schulter der betroffenen Seite bewegen? 

Ja, das sollten Sie sogar, um eine Versteifung der Schulter auf der betroffenen Seite zu verhindern. Lediglich stark ausladende Bewegungen und Armbelastungen (z.B. Gewichtheben, Klimmzüge, Tennisspielen) sollten in den ersten 4 Wochen vermieden werden. Am ersten Tag nach der OP sollte der Arm etwas ruhig gehalten werden.

Darf ich Flugzeug fliegen?

Ja, ein Schrittmacher oder Defibrillator ist kein Hindernis für einen Flug. Sie sollten allerdings den Ihnen ausgestellten Geräteausweis dabei haben und an der Sicherheitskontrolle vorzeigen. 

Darf ich Auto fahren?

Im Allgemeinen ja. Lediglich wenn Sie einen Defibrillator wegen erlittenen lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen erhalten haben, ist ein Fahrverbot von meist 6 Monaten vorgeschrieben. Dies teilen Ihnen die behandelnden Ärzte mit. Im Zweifel zögern Sie nicht, nachzufragen!

Muss ein Faden gezogen werden?

Das hängt davon ab, ob ein selbstauflösender Faden oder ein nicht resorbierbarer Faden für die Hautnaht verwendet wurde. Ein nicht resorbierbarer Faden sollte nach 7-10 Tagen z.B. vom Hausarzt gezogen werden. Welcher Faden verwendet wurde, teilen Ihnen die behandelnden Ärzte mit. Im Zweifel zögern Sie nicht, nachzufragen!

Was muss ich sonst noch beachten?

Sie sollten ihre OP-Wunde bzw. Narbe beobachten. Falls Sie hier zunehmend Schmerzen haben, sich die Haut über dem Schrittmacher rötet oder gar Flüssigkeit austritt, stellen Sie sich bitte sofort in unserer Schrittmacher-Ambulanz vor. Diese Anzeichen können auf eine Infektion des Schrittmacher-/Defibrillator-Systems hinweisen und stellen somit möglicherweise ein schweres und gefährliches Krankheitsbild dar (auch wenn Sie selbst dabei nur geringe Beschwerden spüren). 

Wie häufig muss ich zur Kontrolle?

Das implantierte Gerät wird kurz vor Entlassung und dann nach 4-8 Wochen erneut kontrolliert. Sofern sich dabei keine Probleme zeigen, können die weiteren Kontrollen in halbjährlichen (Defibrillatoren) bis jährlichen (Schrittmacher) Abständen erfolgen. 

Wie lange hält ein Schrittmacher/Defibrillator?

Der Batterieverbrauch hängt von der Beanspruchung des Geräts ab. Grob kann man eine Laufzeit von 6-10 Jahren veranschlagen. 

Merke ich, wenn die Batterie des Schrittmachers/Defibrillators allmählich leer wird?

Nein, das können Sie nicht bemerken. Daher sind regelmäßige Kontrollen nötig. 

Kann man einen Schrittmacher / Defibrillator aufladen?

Nein, bisher gibt es noch keine aufladbaren Schrittmacher oder Defibrillatoren.

Kann man die Batterie austauschen?

Nein, die Geräte sind fest verschweißt. Bei Batterieerschöpfung wird der ganze Schrittmacher bzw. Defibrillator ersetzt. Die Sonden können jedoch meist belassen werden. 

Kann ich mit dem Schrittmacher / Defibrillator ins CT (Computertomographie)?

Ja. 

Kann ich mit dem Schrittmacher / Defibrillator ins MRT (Kernspintomographie)?

Das hängt vom Schrittmacher / Defibrillator und von der geplanten MRT-Untersuchung ab. Einige moderne Schrittmacher/Defibrillator-Systeme erlauben MRT-Untersuchungen unter bestimmten Voraussetzungen. Eine Rücksprache mit unserer Abteilung ist hier zuvor jedoch in jedem Fall zwingend erforderlich. 

Kann ich weiterhin ein Handy benutzen?

Ja. Lediglich das Tragen eines Handys in direkter Nähe zum Schrittmacher/Defibrillator (also in der Brusttasche) hat in sehr seltenen Fällen zu kurzzeitigen Funktionseinschränkungen geführt. Im Allgemeinen ist der Gebrauch eines Handys aber unproblematisch.

Welche Elektrogeräte sollte ich meiden?

Haushaltsgeräte sind im Allgemeinen unproblematisch, das gilt auch für Mikrowellen. Kurzzeitige Funktionsbeeinträchtigungen sind für Defibrillatoren in direkter Nähe von Induktionsherden beschrieben. Sie sollten sich also nicht mit einem Defibrillator direkt über einen angeschalteten Induktionsherd beugen. Ähnliches gilt beim längeren Stehen im Bereich von Diebstahl-Warnanlagen am Ausgang von Kaufhäusern. Beim normalen Durchgehen besteht jedoch keine Gefahr. 

Erfahren Sie in unserem Flyer mehr zum Eingriff und finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

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