Komplexe Eingriffe - schonend und präzise

Komplexe Eingriffe wie zum Beispiel Krebsoperationen und Rekonstruktionen des gesamten Beckenbodens können durch Anwendung sogenannter roboter-assistierter Operationen noch präziser durchgeführt werden. Die Vorteile der roboter-assistierten Operation zeigen sich vor allem, wenn beispielsweise bei Krebsoperationen Hochpräzisionschirurgie notwendig ist, um zum einen alle Krebszellen zu entfernen und gleichzeitig für ein funktionell gutes Ergebnis wichtige Strukturen wie kleinste Nerven und Gefäße zu schonen.
 

 

Die Vorteile der roboter-assistierten Operation zeigen sich vor allem, wenn beispielsweise bei Krebsoperationen Hochpräzisionschirurgie notwendig ist, um zum einen alle Krebszellen zu entfernen und gleichzeitig für ein funktionell gutes Ergebnis wichtige Strukturen wie kleinste Nerven und Gefäße zu schonen.
 

Auch bei komplexen Rekonstruktionen des Beckenbodens (Senkungsbeschwerden) zeigen sich die Vorteile der neuen Technik. Selbst minimale Defekte können visualisiert werden und das Nähen wird deutlich erleichtert und präzisiert.

Durch die große Wendigkeit der Roboterinstrumente, die sich anders als starre Instrumente oder das menschliche Handgelenk in alle Richtungen bewegen können, ist es möglich, selbst bei einer extrem großen Gebärmutter eine Myomentfernung oder Gebärmutterentfernung minimalinvasiv durchzuführen und „um die Ecke“ zu operieren. Insbesondere auch die Rekonstruktion der Gebärmutter bei Patientinnen mit Kinderwunsch ist so noch besser möglich als mit konventionellen Methoden.

Wie bei der traditionellen Schlüssellochoperation werden mehrere kleine Hülsen mit nur wenigen Millimetern Durchmesser in die Bauchdecke eingebracht. Durch diese werden die Operations-Instrumente wie z.B. Schere oder Greifinstrumente eingeführt und die Roboter-Assistenz anschließend angedockt. Alles erfolgt dabei minimalinvasiv, das heißt größere Schnitte sind nicht notwendig.

Die roboter-assistierte Chirurgie ermöglicht besonders präzises Operieren. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sehr genau gearbeitet werden muss – zum Beispiel bei Tumoroperationen. Ziel ist es, krankes Gewebe vollständig zu entfernen und gleichzeitig empfindliche Strukturen wie feine Nerven und Blutgefäße bestmöglich zu schonen.

Auch bei komplexen Eingriffen im Beckenboden, etwa bei Senkungsbeschwerden, bietet diese moderne Technik große Vorteile. Selbst kleinste Veränderungen können sehr gut erkannt werden, und das Nähen wird durch die verbesserte Beweglichkeit der Instrumente deutlich genauer und sicherer.

Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Beweglichkeit der eingesetzten Instrumente. Sie können sich – anders als herkömmliche Instrumente oder das menschliche Handgelenk – in viele Richtungen frei bewegen. Dadurch sind auch anspruchsvolle Eingriffe minimalinvasiv (also mit kleinen Schnitten) möglich, selbst bei einer stark vergrößerten Gebärmutter. So können Operationen besonders schonend durchgeführt werden.

Gerade für Patientinnen mit Kinderwunsch ist das ein großer Vorteil: Eingriffe an der Gebärmutter können besonders präzise erfolgen, sodass die Chancen auf den Erhalt der Fruchtbarkeit verbessert werden.

Bildergalerie

Das da Vinci Xi-Chirurgiesystem® ist eine technische Unterstützung des OP-Teams und insbesondere der Chirurginnen und Chirurgen. Es ist nicht als eigenständig handelnder Roboter, künstliche Intelligenz oder Autopilot zu verstehen, sondern vielmehr als verlängerter Arm der Operateurinnen und Operateure. Es schärft durch seine hochleistungsfähige Kamera, dreidimensionale Ansicht und bis zu zehnfache Bildvergrößerung die Sinne der Chirurginnen und Chirurgen und ermöglicht durch seine vier Operationsarme und feinbeweglichen Instrumente höchstpräzise Bewegungen. Minimalstes, vom Auge kaum erfassbares Zittern wird so reguliert. Durch die deutlich stabilere Instrumentenführung ist auf diese Weise eine noch höhere Präzision möglich.

Die Operateurin / der Operateur sitzt nur wenige Schritte vom OP-Tisch entfernt an einer Konsole und steuert von hier die Instrumente sowie die hochauflösende 3D-Kamera. Die Finger- und Handbewegungen werden über frei bewegliche Joysticks hochpräzise auf die robotischen Instrumente übertragen, wobei zusätzlich eine Optimierung des Bewegungsablaufs stattfindet. Auf diese Weise können die Chirurginnen und Chirurgen in angenehmer Körperhaltung hochkonzentriert arbeiten und innerhalb weniger Sekunden bei der Patientin / dem Patienten sein, sollte dies erforderlich werden. Wie bei anderen Operationen auch arbeitet ein professionelles, erfahrenes Team aus Chirurgie, Anästhesie und Pflege Hand in Hand zusammen.

Das Operationssystem da Vinci® ist das weltweit führende roboter-assistierte, minimalinvasive OP-System. Seit über 25 Jahren im Einsatz wurden bereits mehrere Generationen entwickelt und ausgiebig erprobt. Heute ermöglicht die inzwischen vierte Generation minimalinvasive Eingriffe in einem noch breiteren Spektrum von Anwendungsbereichen. Im JoHo Wiesbaden verfügen wir über die neueste Generation des da Vinci Xi®-Operationssystems, welches in puncto Instrumente, Videosystem und Leistungsmerkmale dem modernsten Stand der Technik entspricht. 

  • ... weltweit 5.989 da Vinci-Operationssysteme installiert.
  • ... über 8,5 Millionen Eingriffe damit vorgenommen. 
  • ... da Vinci-Systeme in 67 Ländern implementiert.
  • ... alle 25,4 Sekunden ein Mensch mit einem da Vinci-Operationssystem operiert.

Seit 2022 wird der da Vinci OP-Roboter in der Frauenklinik am JoHo äußerst erfolgreich insbesondere bei komplexen Krebsoperationen oder Beckenbodenrekonstruktionen eingesetzt.
 

Die Leitende Oberärztin Dr. Bettina Blau-Schneider wurde nun zur Proktorin, einer offiziellen Ausbilderin für robotisch-assistierte Operationen ernannt und wird Kollegen aus anderen Kliniken am Roboter-System schulen. Im gesamten deutschsprachigen Raum inklusive der Schweiz und Österreich haben weniger als 15 Gynäkologen diese Qualifikation, darunter nur zwei weitere weibliche Kolleginnen.

Frau Dr. Blau-Schneider besitzt ebenso wie Chefarzt Prof. Gabriel zudem das MIC 3 Zertifikat, die höchste Qualifikationsstufe in der gynäkologischen minimalinvasiven Chirurgie. Dieses Zertifikat stellt an die Operateure höchste Anforderungen sowohl bezüglich der Anzahl als auch der Komplexität der Eingriffe. So muss unter anderem die Durchführung von 860 speziellen Operationen in den letzten 5 Jahren nachgewiesen werden. Das erklärt, warum nur rund 130 Gynäkologen in der gesamten DACH Region das Zertifikat besitzen.

"Man bezeichnet ihn häufig als „Operationsroboter“ oder sogar "neuen Kollegen im OP-Team". Das ist irreführend und auch falsch. Hier ist kein Autopilot am Werk, der autonom arbeitet. Die Instrumente werden allein von uns Chirurg*innen gesteuert, alle Entscheidungen werden von uns getroffen."

Prof. Dr. med. Boris Gabriel, Chefarzt Frauenklinik

Wie kann ich mich beraten lassen?

Mittwochs und zusätzlich nach Vereinbarung bieten wir eine spezielle Robotic-Sprechstunde an, in der wir in Ruhe all Ihre Fragen klären können.

Termine vereinbaren Sie bitte über unsere Ambulanz:

Telefon: 0611 177 1502 und 0611 177 1503
E-Mail: gynamb(at)joho.de

Falls bei Ihnen der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung besteht und Sie oder Ihre Frauenärztin / Ihr Frauenarzt Informationen zur roboter-assistierten Operation benötigen, kann jederzeit eine kurzfristige Beratung innerhalb von zwei Werktagen stattfinden. Wenden Sie sich hierzu direkt an unser gynäkologisches Krebszentrum:

E-Mail: 

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