Mittwoch, 07.10.2020

Im JoHo bündeln etablierte Gelenkexperten im Zentrum für Orthopädie, Wirbelsäule und Unfallchirurgie ihre Erfahrungen in einem gemeinsamen Zentrum. Heute geht es dabei um den Ellenbogen. Wir stellen Ihnen Dr. med. Uwe Felmeden, Oberarzt der Unfall-, Hand- zund Ellenbogenchirurgie am JoHo und Experte für den Ellenbogen vor.
 

Was war Ihr Traumberuf als Kind? Wollten Sie schon immer Arzt werden?

Dr. Felmeden: Ich wollte in der Tat schon immer Arzt werden, im Speziellen sogar Orthopäde. Als Kind dachte ich es wäre "cool". Im Laufe der Zeit sind die Beweggründe und Motivation natürlich differenzierter. Aber gelungene Operationen und die Dankbarkeit der Menschen zu erfahren ist irgendwie immer noch „cool“.

 

Warum haben Sie sich auf den Ellenbogen spezialisiert?

Dr. Felmeden: Als ich angefangen habe mich mit dem Ellenbogen intensiver zu beschäftigen war das Verständnis der Krankheitsbilder und der resultierenden Therapien im Vergleich zu anderen größeren Gelenken weltweit sehr gering. Die Herausforderung an der weiteren Entwicklung teilzuhaben hat mich fasziniert.

 

Was macht den Ellenbogen für Sie besonders?

Dr. Felmeden: Der Ellenbogen verdient das Prädikat „Spezialgebiet“, da er leider generell viel zu lange stiefmütterlich behandelt wurde, obwohl er schon bei alltäglichen Tätigkeiten unersetzlich ist.

 

Welche Spezialistentipps haben Sie bei Problemen mit dem Ellenbogen?

Dr. Felmeden: Die weitaus häufigsten Beschwerden resultieren aus Überlastungsreaktionen der Sehnen und Muskeln. Hier gilt es nicht in Panik zu verfallen, auch wenn sie länger andauern. Vermeidung und Optimierung der auslösenden Belastung sowie tägliche Eigenübungen sind hier im Therapieerfolg wegweisend. Von Kortisoninjektionen an die Sehnen rate ich dringend ab, da Sie langfristig erwiesenermaßen keinen Erfolg haben und sogar das Problem deutlich verschlimmern können.

 

Was tun Sie selbst, damit für ihr eigener Ellenbogen fit bleibt?

Dr. Felmeden: Protektion und Sturzprophylaxe. Die zweithäufigsten Beschwerden mit langfristiger Konsequenz resultieren aus Verletzungen nach Stürzen. Meistens im Sport. Aufwärmen, Tragen von Protektoren z.B. im MountainBike-Sport sowie Trainieren des „richtigen“ Stürzens (Abrollen über die Schulter) kann durchaus vor dauerhaften Folgen schützen.

 

Gibt es eine OP, an die Sie sich besonders gern zurückerinnern? Wenn ja, warum?

Dr. Felmeden: Ich erinnere mich an zahlreiche Operationen besonders gerne zurück. Aber in vielen Fällen nicht nur an die OP selbst, sondern vor allem an das langfristige Resultat. Wenn ich jemandem mit chronischen Beschwerden mit einem kleinen Eingriff helfen kann, freut mich das natürlich besonders.

 

Wer war Ihr ungewöhnlichster Patient/Ihre ungewöhnlichste Patientin?

Dr. Felmeden: Es gibt immer wieder ungewöhnliche PatientInnen. Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch empfindet Beschwerden anders bzw. geht anders mit Ihnen um. Faszinierend ist es stets, wenn man objektiv betrachtet denkt, der Patient oder die Patientin müsse mit dem entsprechenden Verletzungsmuster, Röntgenbild etc. dauerhafte Beschwerden haben, er/sie aber nach kurzer Zeit völlig problemlos auch stärkste Belastungen durchführt. Ob das langfristig so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten, wenn Sie nicht an OPs und Gelenke denken?

Dr. Felmeden: Neben etwas sportlicher Betätigung bekommt meine Familie mit den noch jungen Kindern meine volle Aufmerksamkeit.


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