JoHo Wiesbaden als Cardiac Arrest Center zertifiziert

Dienstag, 15.02.2022

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen bekanntermaßen die häufigste Todesursache in Deutschland wie auch der gesamten westlichen Welt dar. Die rettungsdienstliche Versorgung in Wiesbaden wird im Wesentlichen von den beiden großen Kliniken, HELIOS Dr. Horst-Schmidt-Kliniken und St. Josefs-Hospital Wiesbaden (JoHo), getragen. Das JoHo hat nun, um den steigenden Ansprüchen an die Behandlung schwerster Herz-Kreislauf-Erkrankungen gerecht zu werden, ein interdisziplinäres Zentrum zur Betreuung von Menschen mit überlebtem Herzstillstand initiiert und ist seit Februar 2022 erfolgreich als Cardiac Arrest Center (CAC) zertifiziert.

Als eines von 75 derartiger Zentren deutschlandweit widmet sich das JoHo als spezialisierte Klinik intensiv der strukturierten klinischen Weiterversorgung nach einem Herz-Kreislaufstillstand. Getragen wird das Zentrum von der Medizinischen Klinik I, Schwerpunkt Kardiologie (Chefarzt Prof. Dr. Joachim Ehrlich), der Interdisziplinären Notfallmedizin (Chefarzt Dr. Thomas Schneider) und der Interdisziplinären Intensivmedizin (Chefärztin Dr. Ilka Schanz). Dazu wurden Strukturen und Behandlungspfade optimiert, die einen naht- und reibungslosen Behandlungsablauf nach einem Herzstillstand gewährleisten. Waren diese Strukturen bereits seit vielen Jahren vorhanden und eingeübt, wurden sie nun im Rahmen des Zertifizierungsprozesses erneut präzisiert und zum Wohle der Patientinnen und Patienten standardisiert.

Die Kardiologie des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden behandelt jährlich insgesamt etwa 4.500 stationäre und zusätzlich 1.200 ambulante Patienten. Weltweit erleiden Schätzungen zufolge ca. 70 bis 170 von 100.000 Menschen pro Jahr einen Herzstillstand. Die Rate derer, die daraufhin in gutem Zustand das Krankenhaus verlassen (d.h. wieder ihrem Beruf nachgehen können und am Leben Anteil haben), ist erschreckend niedrig. Nach jüngsten Erhebungen liegt diese bei nur 8 % aller Patienten, die nach einem Herzstillstand stationär aufgenommen werden.

Im JoHo wird alle ein bis zwei Wochen ein Mensch, der einen Herzstillstand erlitten hat, zur stationären Behandlung auf der Intensivstation aufgenommen. Leider ist es weiterhin in etwa 40 % der Fälle so, dass diese Patienten keine Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Herzstillstand erhalten haben und daher im Verlauf des Krankenhausaufenthaltes versterben.

Prof. Ehrlich hat aus diesem Grund bereits vor zehn Jahren mit weiteren Notärzten, Rettungsassistenten und betroffenen Patienten den Verein „Hand aufs Herz“ e.V. (www.verein-hand-aufs-herz.de) gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen über die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Herzstillstand zu informieren. Gemeinsam mit Überlebenden eines Herzstillstandes, als prominentes Beispiel insbesondere Dieter Kürten, Sportreporter-Legende aus Wiesbaden, der 2011 selbst wiederbelebt und im JoHo behandelt wurde, und weiteren Medizinern hat Ehrlich in der Region Rhein-Main viel Aufklärungsarbeit geleistet. Unter anderem hat der Verein eine dauerhafte Partnerschaft mit der Martin-Niemöller-Schule, in der aktuell alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe mindestens einmal durch den Verein geschult wurden.


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